Wenn ich kein Kind hätte, hätte ich meinen alten Job noch, wäre erfolgreich und würde einen Haufen Geld verdienen.
Wenn ich kein Kind hätte, könnte ich jeden Abend ausgehen, mit meinem Liebsten oder auch allein, bis in die Puppen wegbleiben und am nächsten Morgen ausschlafen.
Wenn ich kein Kind hätte, könnte ich jede Menge Geld für Klamotten, Schuhe und Essen gehen ausgeben und hätte trotzdem noch genug, um was für später zurückzulegen.
Wenn ich kein Kind hätte, könnte ich so wie früher dreimal im Jahr in Urlaub fahren, an exotische Orte und mir dort alles anschauen, was mich interessiert und nicht nur die örtlichen Spielplätze. Ich könnte den ganzen Tag rumgondeln ohne Rücksicht auf kindliche Mittagsruhe oder Gequengel, weil’s grad langweilig ist, würde im Café an der Mole sitzen und einen Cortado trinken. Ich könnte abends schick essen gehen und danach mit einem Glas Wein die Füße in den sonnenwarmen Sand bohren.
Wenn ich kein Kind hätte.
Wenn ich kein Kind hätte, würde ich vermutlich im Schanzenviertel und bei IKEA angesichts der ganzen Schwangeren und Familien mit Kindern die Krise bekommen.
Wenn ich kein Kind hätte, würde ich mein Leben trotz beruflichem Erfolg, tollen Klamotten und Füßen im sonnenwarmen Sand vermutlich leer und bedeutungslos finden und mich abends in den Bars und Clubs fragen, wie lange ich das eigentlich noch machen muss und wie ich einen Hauch von Sinn in mein kümmerliches Leben bekommen soll.
Wenn ich kein Kind hätte, hätte ich mein altes Leben noch – und wäre todunglücklich.
Schön, dass Du vorbei schaust...
Hallo und herzlich Willkommen in meiner Welt!
Hier schreibe ich über die Dinge, die ich so erlebe, Lustiges, Kurioses, Ärgerliches... Über all das, was jedem von uns jeden Tag im Alltag widerfährt und wo man vielleicht denkt, wieso schreibt da eigentlich nicht mal einer drüber?
Was ich schreibe, kann man gut finden, muss man aber nicht. Kann man kommentieren, muss man aber nicht. Frei nach dem Motto: Alles geht, nichts muss.
In diesem Sinne: viel Spaß!
Deine Violet
Hier schreibe ich über die Dinge, die ich so erlebe, Lustiges, Kurioses, Ärgerliches... Über all das, was jedem von uns jeden Tag im Alltag widerfährt und wo man vielleicht denkt, wieso schreibt da eigentlich nicht mal einer drüber?
Was ich schreibe, kann man gut finden, muss man aber nicht. Kann man kommentieren, muss man aber nicht. Frei nach dem Motto: Alles geht, nichts muss.
In diesem Sinne: viel Spaß!
Deine Violet
Posts mit dem Label Kind werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kind werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Mittwoch, 25. Mai 2011
Montag, 23. Mai 2011
Einfach mal die Klappe halten!
Während meines Psychologiestudiums gab es ein geflügeltes Wort, welches man sich immer wieder gerne um die Ohren gehauen hat: Ratschläge sind auch Schläge.
Sprich, auch gut gemeinte Tipps können nicht immer gut ankommen.
Im Moment mache ich gerade die Erfahrung, dass dieses geflügelte Wort irgendwie immer noch Relevanz hat. Wie ich ja schon einmal in einem Posting erwähnte, ist Kindererziehung nicht immer einfach. Der kleine Mensch, der da bei uns wohnt, entwickelt mit zunehmendem Alter auch seine eigene Persönlichkeit (Gott sei Dank!) und hat eigene Vorstellungen und Ziele, die nicht zwingend mit unseren übereinstimmen müssen.
Also kracht es ab und zu gewaltig. Wenn das passiert, fühle ich mich sowieso schon immer mies, erstens, weil ich mich nicht gern streite und zweitens, weil ich leider nicht immer so cool und souverän bin wie ich es gerne wäre (denn schließlich ist mein Konfliktpartner gerade mal zwei Jahre alt…).
Was ich in solchen Situationen dann irgendwie gar nicht brauchen kann, sind die Ratschläge von wohlmeinenden Müttern, Schwiegermüttern, Freundinnen, Spielplatz-Muttis und so weiter und so fort. Mich interessiert in so einem Fall nicht im Geringsten, wie jemand anders gerade meinen Erziehungsstil beurteilt und was er oder sie hier optimalerweise tun würde. Und ich möchte auch nicht wissen, was die Juhls, die Montessoris, die Steiners und die Winterhoffs dieser Welt als Handlungsvorschlag empfehlen würden.
In solchen Situationen hilft es am meisten, wenn sich alle nicht direkt Beteiligten einfach raushalten und hinterher mal einer sagt: „Mach’ Dir nichts draus, ist nicht schlimm, bei uns geht’s auch manchmal so zu.“
Natürlich frage ich um Rat, wenn ich nicht weiter weiß. Aber dann frage ich zum Beispiel die Erzieherinnen in der Kita, denn die kennen mein Kind gut und haben Ahnung von Pädagogik. Und wenn ich frage, kann ich Ratschläge auch gut annehmen. Ich will nur einfach nicht ungefragt „beratschlagt“ werden. Allgemeingültige Ratschläge aus irgendwelchen schlauen Erziehungsbüchern bringen mich nicht weiter, wenn mein kleiner Wutwichtel brüllend auf dem Boden liegt oder mich mit einem Kauknochen verwechselt.
In solchen Situationen denke ich oft an den schönen Spruch von Dieter Nuhr: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Klappe halten.
Sprich, auch gut gemeinte Tipps können nicht immer gut ankommen.
Im Moment mache ich gerade die Erfahrung, dass dieses geflügelte Wort irgendwie immer noch Relevanz hat. Wie ich ja schon einmal in einem Posting erwähnte, ist Kindererziehung nicht immer einfach. Der kleine Mensch, der da bei uns wohnt, entwickelt mit zunehmendem Alter auch seine eigene Persönlichkeit (Gott sei Dank!) und hat eigene Vorstellungen und Ziele, die nicht zwingend mit unseren übereinstimmen müssen.
Also kracht es ab und zu gewaltig. Wenn das passiert, fühle ich mich sowieso schon immer mies, erstens, weil ich mich nicht gern streite und zweitens, weil ich leider nicht immer so cool und souverän bin wie ich es gerne wäre (denn schließlich ist mein Konfliktpartner gerade mal zwei Jahre alt…).
Was ich in solchen Situationen dann irgendwie gar nicht brauchen kann, sind die Ratschläge von wohlmeinenden Müttern, Schwiegermüttern, Freundinnen, Spielplatz-Muttis und so weiter und so fort. Mich interessiert in so einem Fall nicht im Geringsten, wie jemand anders gerade meinen Erziehungsstil beurteilt und was er oder sie hier optimalerweise tun würde. Und ich möchte auch nicht wissen, was die Juhls, die Montessoris, die Steiners und die Winterhoffs dieser Welt als Handlungsvorschlag empfehlen würden.
In solchen Situationen hilft es am meisten, wenn sich alle nicht direkt Beteiligten einfach raushalten und hinterher mal einer sagt: „Mach’ Dir nichts draus, ist nicht schlimm, bei uns geht’s auch manchmal so zu.“
Natürlich frage ich um Rat, wenn ich nicht weiter weiß. Aber dann frage ich zum Beispiel die Erzieherinnen in der Kita, denn die kennen mein Kind gut und haben Ahnung von Pädagogik. Und wenn ich frage, kann ich Ratschläge auch gut annehmen. Ich will nur einfach nicht ungefragt „beratschlagt“ werden. Allgemeingültige Ratschläge aus irgendwelchen schlauen Erziehungsbüchern bringen mich nicht weiter, wenn mein kleiner Wutwichtel brüllend auf dem Boden liegt oder mich mit einem Kauknochen verwechselt.
In solchen Situationen denke ich oft an den schönen Spruch von Dieter Nuhr: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Klappe halten.
Sonntag, 1. Mai 2011
Von der mütterlichen Unfähigkeit zu entspannen
Sonntagmorgen, 10 Uhr. Herrlicher Sonnenschein, blauer Himmel, der gemütliche Balkon lädt zum Genuss einer schönen Tasse Kaffee in der Sonne ein.
Mann und Kind verabschieden sich auf den nahegelegenen Spielplatz und werden nicht vor 12 Uhr zurück erwartet.
Mütterliches Durchschnaufen. Jetzt schnell den Kaffee zubereitet… Aber Moment, was müffelt denn da so? Ups, der Müll. Hm, der müsste runter gebracht werden… Ok, erst mal den Kaffeevollautomaten vorheizen, dann flott den Müll runter gebracht, dann Kaffee.
Müllentsorgung vollbracht, wieder oben angekommen, befindet sich die unvorsichtigerweise einige Zeit zuvor voll beladene Waschmaschine im Schleudergang. Na ja, gut, eben noch die Wäsche aufgehängt. Ach ja, und das Bett müsste ja noch gemacht werden, wie sieht denn das sonst aus am heiligen Sonntag!
Ach herrje, die Spülmaschine streikt. Alles voller Schaum, das rote Lämpchen „Zufluss-/Abfluss“ leuchtet. Mist, was ist das denn jetzt? Bisschen sinnlos im Schaum rumgewühlt, bäh, eklig, Maschine schnell wieder zu, soll der Göttergatte mal gucken, wenn er wieder da ist.
Jetzt aber wirklich Kaffee gekocht und dann nix wie raus in die Sonne. Ach, meine Mails könnte ich ja schnell noch checken. Eieiei, Freundin Sabine mailt zum X. ten Mal, immer keine Zeit zum Antworten gefunden, sie klingt jetzt schon etwas angefressen. Gut, Kaffee und Balkon müssen zwecks dringend erforderlicher Sozialkontaktpflege eben noch fünf Minuten warten.
Was ist das denn??? Die Rechnung, die da gerade per Mail vom Mobilfunkanbieter gekommen ist, ist ja viel zu hoch! Was haben die denn wieder verbockt? Ahrggh, Ärger, da rufe ich jetzt aber sofort an, die hamse ja wohl nicht alle.
Düdeldüdeldü, ab in die Warteschleife. Mist, da hätte ich mir ja auch noch schnell einen Kaffee… „Deutsche Telekom mein Name ist Schnippkoweit, was kann ich für Sie tun?“
Problem geschildert, Unmut geäußert, noch mal 20 Minuten gewartet, noch mal mit einem anderen Servicemitarbeiter diskutiert, mit Brief an die BILD-Zeitung gedroht, schließlich eine Gutschrift zugesagt bekommen.
Endlich, fertig. Nun aber der Kaffee und die Sonne… Die Haustür geht, ein fröhliches Kinderlachen ertönt und eine männliche Stimme sagt: „Hallo, da sind wir wieder, wann gibt’s Mittagessen?“
Wieso sind die denn schon zurück, es ist doch erst – Blick auf die Uhr – ach so, schon 12 Uhr…
Großer Seufzer, soviel zum Thema eine schöne Tasse Kaffee in der Sonne auf dem gemütlichen Balkon genießen. Na ja, vielleicht nächsten Sonntag. Wenn’s nicht regnet.
Mann und Kind verabschieden sich auf den nahegelegenen Spielplatz und werden nicht vor 12 Uhr zurück erwartet.
Mütterliches Durchschnaufen. Jetzt schnell den Kaffee zubereitet… Aber Moment, was müffelt denn da so? Ups, der Müll. Hm, der müsste runter gebracht werden… Ok, erst mal den Kaffeevollautomaten vorheizen, dann flott den Müll runter gebracht, dann Kaffee.
Müllentsorgung vollbracht, wieder oben angekommen, befindet sich die unvorsichtigerweise einige Zeit zuvor voll beladene Waschmaschine im Schleudergang. Na ja, gut, eben noch die Wäsche aufgehängt. Ach ja, und das Bett müsste ja noch gemacht werden, wie sieht denn das sonst aus am heiligen Sonntag!
Ach herrje, die Spülmaschine streikt. Alles voller Schaum, das rote Lämpchen „Zufluss-/Abfluss“ leuchtet. Mist, was ist das denn jetzt? Bisschen sinnlos im Schaum rumgewühlt, bäh, eklig, Maschine schnell wieder zu, soll der Göttergatte mal gucken, wenn er wieder da ist.
Jetzt aber wirklich Kaffee gekocht und dann nix wie raus in die Sonne. Ach, meine Mails könnte ich ja schnell noch checken. Eieiei, Freundin Sabine mailt zum X. ten Mal, immer keine Zeit zum Antworten gefunden, sie klingt jetzt schon etwas angefressen. Gut, Kaffee und Balkon müssen zwecks dringend erforderlicher Sozialkontaktpflege eben noch fünf Minuten warten.
Was ist das denn??? Die Rechnung, die da gerade per Mail vom Mobilfunkanbieter gekommen ist, ist ja viel zu hoch! Was haben die denn wieder verbockt? Ahrggh, Ärger, da rufe ich jetzt aber sofort an, die hamse ja wohl nicht alle.
Düdeldüdeldü, ab in die Warteschleife. Mist, da hätte ich mir ja auch noch schnell einen Kaffee… „Deutsche Telekom mein Name ist Schnippkoweit, was kann ich für Sie tun?“
Problem geschildert, Unmut geäußert, noch mal 20 Minuten gewartet, noch mal mit einem anderen Servicemitarbeiter diskutiert, mit Brief an die BILD-Zeitung gedroht, schließlich eine Gutschrift zugesagt bekommen.
Endlich, fertig. Nun aber der Kaffee und die Sonne… Die Haustür geht, ein fröhliches Kinderlachen ertönt und eine männliche Stimme sagt: „Hallo, da sind wir wieder, wann gibt’s Mittagessen?“
Wieso sind die denn schon zurück, es ist doch erst – Blick auf die Uhr – ach so, schon 12 Uhr…
Großer Seufzer, soviel zum Thema eine schöne Tasse Kaffee in der Sonne auf dem gemütlichen Balkon genießen. Na ja, vielleicht nächsten Sonntag. Wenn’s nicht regnet.
Labels:
Göttergatte,
Kaffee,
Kind,
Sonne,
Sonntag,
Spielplatz,
Telekom
Montag, 6. Dezember 2010
Deko-Diät
Ich bin ja ein bekennender Weihnachtsfan und finde es herrlich, die Wohnung ab dem ersten Advent weihnachtlich zu dekorieren.
Doch in diesem Jahr und vermutlich in den nächsten zwei bis drei Jahren kann ich meinem Deko-Trieb leider nicht in dem Maße ausleben, wie ich es gerne möchte und bin unfreiwillig auf „Deko-Diät“.
Der Grund für die innenarchitektonische Zurückhaltung ist knapp 20 Monate alt und liebt es, den Dingen bis zum bitteren (weil zerstörten) Ende auf den Grund zu gehen.
Sprich, wer ein kleines Kind hat, kann sich das festliche Dekorieren der Wohnung bis auf weiteres von der Backe putzen. Dekoriert werden können nur Bereiche, die so hoch oben liegen, dass der kleine Zerstörer nicht dran kommt und es können nur Deko-Artikel ohne scharfe Kanten oder Kleinteile benutzt werden, die beim runterfallen nicht kaputt gehen können und nicht dazu einladen, sie durchzukauen. Da bleibt eigentlich nur Filz übrig…
Für mich heißt das, dass ich Weihnachtsmänner, Elche, Wichtel und Tannenbäume aus Filz gekauft habe und nur für meinen Sohn unerreichbare Regale, Kommoden und Sideboards (unerreichbar, weil der Laufstall zum Schutzwall wurde…) geschmückt habe. Auch weihnachtliche Tischdecken oder Tischläufer fallen flach, denn sobald sie vom Tisch herunterhängen, laden sie irgendwie unwiderstehlich dazu ein, an ihnen zu ziehen und zu zerren. Sprich, besonders weihnachtlich sieht es dieses Jahr nicht bei uns aus.
Ob wir dieses Jahr einen Weihnachtsbaum haben werden, ist noch nicht final entschieden, denn das Risiko, dass sich unser Kind tarzan-artig von Ast zu Ast schwingen möchte, Falltests mit meinen sehr alten Weihnachts-Glaskugeln durchführen oder die Standfestigkeit des Baumständers prüfen will, ist nicht unerheblich. Und die Schäden, die da entstehen können, zahlt einem doch wieder keine Versicherung…
Doch in diesem Jahr und vermutlich in den nächsten zwei bis drei Jahren kann ich meinem Deko-Trieb leider nicht in dem Maße ausleben, wie ich es gerne möchte und bin unfreiwillig auf „Deko-Diät“.
Der Grund für die innenarchitektonische Zurückhaltung ist knapp 20 Monate alt und liebt es, den Dingen bis zum bitteren (weil zerstörten) Ende auf den Grund zu gehen.
Sprich, wer ein kleines Kind hat, kann sich das festliche Dekorieren der Wohnung bis auf weiteres von der Backe putzen. Dekoriert werden können nur Bereiche, die so hoch oben liegen, dass der kleine Zerstörer nicht dran kommt und es können nur Deko-Artikel ohne scharfe Kanten oder Kleinteile benutzt werden, die beim runterfallen nicht kaputt gehen können und nicht dazu einladen, sie durchzukauen. Da bleibt eigentlich nur Filz übrig…
Für mich heißt das, dass ich Weihnachtsmänner, Elche, Wichtel und Tannenbäume aus Filz gekauft habe und nur für meinen Sohn unerreichbare Regale, Kommoden und Sideboards (unerreichbar, weil der Laufstall zum Schutzwall wurde…) geschmückt habe. Auch weihnachtliche Tischdecken oder Tischläufer fallen flach, denn sobald sie vom Tisch herunterhängen, laden sie irgendwie unwiderstehlich dazu ein, an ihnen zu ziehen und zu zerren. Sprich, besonders weihnachtlich sieht es dieses Jahr nicht bei uns aus.
Ob wir dieses Jahr einen Weihnachtsbaum haben werden, ist noch nicht final entschieden, denn das Risiko, dass sich unser Kind tarzan-artig von Ast zu Ast schwingen möchte, Falltests mit meinen sehr alten Weihnachts-Glaskugeln durchführen oder die Standfestigkeit des Baumständers prüfen will, ist nicht unerheblich. Und die Schäden, die da entstehen können, zahlt einem doch wieder keine Versicherung…
Labels:
Dekorieren,
Filz,
Kind,
Weihnachten,
Weihnachtsbaum
Freitag, 3. Dezember 2010
Der Schrei-o-mat
Jeder, der Kinder hat, kennt den Schrei-o-mat.
Der Schrei-o-mat funktioniert so: man liegt nachts im Bett, vermutlich selig schlummernd, und auf einmal geht's los.
Da der Schrei-o-mat mehrere Stufen hat, fängt es vielleicht ganz harmlos mit einem leichten Ächzen (oder wie wir sagen, Öffen) an. Manchmal wird man davon schon wach, manchmal nicht.
Je nach Zustand des Schrei-o-mat kann es sein, dass es dabei bleibt, es kann aber auch sein, dass es sich nun kontinuierlich steigert und sich das leichte Öffen in ein infernalisches Gebrüll ausweitet. Ist dies der Fall, hat man wenig Optionen, man muss aufstehen und nachsehen, was los ist und wie man den Schrei-o-mat wieder abstellen kann. Da man durch die langsame Steigerung schon ein wenig wach geworden ist, verläuft das Aufstehen in der Regel ohne Kreislaufkollaps und damit verbundenen Verletzungen durch spontanes Hinfallen ab.
Anders ist es, wenn der Schrei-o-mat ohne Vorwahnung gleich auf die höchste Stufe schaltet und praktisch von null auf infernalisches Gebrüll im Bruchteil einer Sekunde geht. Dann sitzt man erst einmal senkrecht im Bett und schießt dann, noch völlig schlaftrunken, wankend in Richtung des Schrei-o-mat-Standortes. Dies ist sehr häufig mit Kreislaufproblemen und Herzrasen verbunden und auf Dauer nicht gesund (und sorgt überdies auch für sehr miese Laune!).
Beim Schrei-o-mat angekommen, gilt es nun, den richtigen "Aus-Knopf" zu finden (Schnulli wieder reinstecken, Getränk anbieten, streicheln, die Spieluhr anwerfen,...) was im komatösen Halbwach-Zustand nicht immer einfach ist.
Wenn es dann (endlich!) gelungen ist, den Schrei-o-mat wieder auszuschalten und sich die Pulsfrequenz wieder im Normalbereich befindet, kann es allerdings sein, dass man durch das kurz zuvor in rauen Mengen ausgeschüttete Adrenalin ziemlich wach ist, was nachts um drei irgendwie blöd ist.
Die schlechte Nachricht bezüglich des Schrei-o-mats ist, er hat eine ziemlich lange Funktionsdauer (bis zu zehn Jahre...). Die gute Nachricht ist, dass man nachts zusätzliche Zeit gewinnt, die man sonst sinnlos verschlafen würde und die man nutzen kann, um z.B. ein gutes Buch zu lesen, die geschlechtsspezifischen Dokumentationen auf Sendern wie Das Vierte, Tele 5 und Hamburg 1 anzuschauen oder auch liegengebliebene Wäsche zu bügeln. Kommt man ja tagsüber oft nicht dazu...
Der Schrei-o-mat funktioniert so: man liegt nachts im Bett, vermutlich selig schlummernd, und auf einmal geht's los.
Da der Schrei-o-mat mehrere Stufen hat, fängt es vielleicht ganz harmlos mit einem leichten Ächzen (oder wie wir sagen, Öffen) an. Manchmal wird man davon schon wach, manchmal nicht.
Je nach Zustand des Schrei-o-mat kann es sein, dass es dabei bleibt, es kann aber auch sein, dass es sich nun kontinuierlich steigert und sich das leichte Öffen in ein infernalisches Gebrüll ausweitet. Ist dies der Fall, hat man wenig Optionen, man muss aufstehen und nachsehen, was los ist und wie man den Schrei-o-mat wieder abstellen kann. Da man durch die langsame Steigerung schon ein wenig wach geworden ist, verläuft das Aufstehen in der Regel ohne Kreislaufkollaps und damit verbundenen Verletzungen durch spontanes Hinfallen ab.
Anders ist es, wenn der Schrei-o-mat ohne Vorwahnung gleich auf die höchste Stufe schaltet und praktisch von null auf infernalisches Gebrüll im Bruchteil einer Sekunde geht. Dann sitzt man erst einmal senkrecht im Bett und schießt dann, noch völlig schlaftrunken, wankend in Richtung des Schrei-o-mat-Standortes. Dies ist sehr häufig mit Kreislaufproblemen und Herzrasen verbunden und auf Dauer nicht gesund (und sorgt überdies auch für sehr miese Laune!).
Beim Schrei-o-mat angekommen, gilt es nun, den richtigen "Aus-Knopf" zu finden (Schnulli wieder reinstecken, Getränk anbieten, streicheln, die Spieluhr anwerfen,...) was im komatösen Halbwach-Zustand nicht immer einfach ist.
Wenn es dann (endlich!) gelungen ist, den Schrei-o-mat wieder auszuschalten und sich die Pulsfrequenz wieder im Normalbereich befindet, kann es allerdings sein, dass man durch das kurz zuvor in rauen Mengen ausgeschüttete Adrenalin ziemlich wach ist, was nachts um drei irgendwie blöd ist.
Die schlechte Nachricht bezüglich des Schrei-o-mats ist, er hat eine ziemlich lange Funktionsdauer (bis zu zehn Jahre...). Die gute Nachricht ist, dass man nachts zusätzliche Zeit gewinnt, die man sonst sinnlos verschlafen würde und die man nutzen kann, um z.B. ein gutes Buch zu lesen, die geschlechtsspezifischen Dokumentationen auf Sendern wie Das Vierte, Tele 5 und Hamburg 1 anzuschauen oder auch liegengebliebene Wäsche zu bügeln. Kommt man ja tagsüber oft nicht dazu...
Montag, 15. November 2010
Alles war aus Gold
Diesen Song von Bakkushan mag ich ja im Moment sehr. Es geht darum, dass am Ende nur die guten Zeiten zählen und man die schlechten vergisst.
Und so kommt es wohl, dass man rückblickend immer denkt, früher war alles besser.
Man sah besser aus, war glücklicher und erfolgreicher. Komisch nur, dass man sich damals auch nicht immer so gefühlt hat.
Ich erinnere mich noch, als ich Mitte zwanzig war, hatte ich an meinem Äußeren genauso viel auszusetzen wie jetzt. Wenn ich mir aber jetzt Fotos aus der Zeit anschaue, denke ich mir immer, boah, was sah ich gut aus! Tolle Figur, tolle Frisur (damals dachte ich natürlich genau wie jetzt, ich hätte keine Frisur, sondern nur einen Mop auf dem Kopf…), keine Falten, sonniges Lachen. Und ich gehe mal davon aus, dass, wenn ich mir mit 60 Fotos anschaue, auf denen ich 40 bin, ich das gleiche denken werde.
Aber es ist nicht nur das Äußere. Auch die Lebensumstände erscheinen einem im Rückblick immer viel besser als in der Situation selbst.
Mein Studentenleben zum Beispiel erscheint mir heute wie ein immerwährender Urlaub, paradiesisch und unbeschwert. Und das, obwohl ich genau weiß, dass es durchaus nicht so wahr, dass ich auch damals viel gearbeitet habe, sowohl für die Uni als auch für meinen Lebensunterhalt und dass mich die studententypische Geldknappheit oft schwer genervt hat. Aber klar, damals konnte ich frei entscheiden, was ich tue und wann, das kann ich heute nicht mehr in dem Ausmaß. So lässt sich die Verklärung meines Blickes vielleicht erklären.
Tja, und wenn ich dann dereinst Rentnerin bin und auf die heutige Zeit zurückblicke, dann werde ich mit Sicherheit seufzen, ach, was war es doch schön damals, als mein Kind noch so klein war!
Mit Sicherheit werde ich verdrängt haben, wie müde ich manchmal war, wie anstrengend ein kleines Kind sein kann und wie sehr ich daran zu knabbern hatte, nicht mehr die selbstbestimmte Person zu sein, die ich mal war. Aber das ist dann wohl das, was man den Lauf der Zeit nennt.
Labels:
Bakkushan,
Gold,
gute Zeiten,
Kind,
Rentnerin
Dienstag, 12. Oktober 2010
Eine heiße Tasse Kaffee…
Wenn zu mir die berühmte gute Fee käme und mir sagen würde, ich hätte denn ja jetzt drei Wünsche frei, dann müsste ich zumindest bei einem Wunsch nicht lange überlegen.
Ich wünsche mir eine heiße Tasse Kaffee. Ein profaner Wunsch, mag sich er geneigte Leser jetzt denken, problemlos und in Sekundenschnelle erfüllbar. Welch ein Frevel, hierfür einen der sehr raren Wünsche der noch rareren guten Feen zu verschwenden.
Nun, das ist nur eure Meinung. Ich trinke nämlich seit vielen Monaten meinen Kaffee nur noch lauwarm bzw. kalt. Woran das liegt? Tja, ich weiß auch nicht, aber ich bringe mein Kind damit in Verbindung.
Die Herstellung der heißen Tasse Kaffee ist in der Tat problemlos und dauert nur wenige Sekunden (Kaffeevollautomat sei Dank). Aber sobald der Kaffee fertig ist und mit einem guten Schuß Vollmilch veredelt darauf wartet, von mir genossen zu werden, passiert das Merkwürdige: irgendetwas kommt dazwischen.
Zum Beispiel eine volle Windel, eine Beule am Kopf durch die Kollision von Kind und Tischkante, eine fertige Wasch- bzw. Spülmaschine bzw. ein fertiger Wäschetrockner, die Türklingel, das Telefon und noch siebentausend andere Dinge passieren immer in der Sekunde, wo mein Kaffee noch heiß ist. Gut, manche Dinge würden auch ein wenig Aufschub dulden (z.B. sämtliche fertige Reinigungsmaschinen) und der Anrufer könnte sich auch erst einmal mit dem Anrufbeantworter unterhalten, aber das mit dem Aufschub bekomme ich irgendwie nicht hin. Also erledige ich, was zu erledigen ist und wenn ich mich dann meinem Kaffee wieder nähere, ist er halt bestenfalls noch lauwarm.
Vermutlich ist das wieder so ein Mutti-Ding, alle Dinge gleichzeitig erledigen zu wollen und jede Minute optimal zu nutzen. Klar, denn bis zu einem gewissen Kindesalter lassen sich manche Dinge nur dann erledigen, wenn das Kind grad schläft oder in der Kita ist oder mit Oma beim Spaziergang. Wer schon mal die Spülmaschine ausgeräumt hat, während das anderthalbjährige Kind wach und munter ist, wird mir zustimmen oder kauft sich gerne neues Geschirr.
Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf: irgendwann kommt der Tag, wo ich meinen Kaffee wieder heiß genießen kann (ich glaube, deswegen gehen viele Eltern auch so gerne
arbeiten...).
Ich wünsche mir eine heiße Tasse Kaffee. Ein profaner Wunsch, mag sich er geneigte Leser jetzt denken, problemlos und in Sekundenschnelle erfüllbar. Welch ein Frevel, hierfür einen der sehr raren Wünsche der noch rareren guten Feen zu verschwenden.
Nun, das ist nur eure Meinung. Ich trinke nämlich seit vielen Monaten meinen Kaffee nur noch lauwarm bzw. kalt. Woran das liegt? Tja, ich weiß auch nicht, aber ich bringe mein Kind damit in Verbindung.
Die Herstellung der heißen Tasse Kaffee ist in der Tat problemlos und dauert nur wenige Sekunden (Kaffeevollautomat sei Dank). Aber sobald der Kaffee fertig ist und mit einem guten Schuß Vollmilch veredelt darauf wartet, von mir genossen zu werden, passiert das Merkwürdige: irgendetwas kommt dazwischen.
Zum Beispiel eine volle Windel, eine Beule am Kopf durch die Kollision von Kind und Tischkante, eine fertige Wasch- bzw. Spülmaschine bzw. ein fertiger Wäschetrockner, die Türklingel, das Telefon und noch siebentausend andere Dinge passieren immer in der Sekunde, wo mein Kaffee noch heiß ist. Gut, manche Dinge würden auch ein wenig Aufschub dulden (z.B. sämtliche fertige Reinigungsmaschinen) und der Anrufer könnte sich auch erst einmal mit dem Anrufbeantworter unterhalten, aber das mit dem Aufschub bekomme ich irgendwie nicht hin. Also erledige ich, was zu erledigen ist und wenn ich mich dann meinem Kaffee wieder nähere, ist er halt bestenfalls noch lauwarm.
Vermutlich ist das wieder so ein Mutti-Ding, alle Dinge gleichzeitig erledigen zu wollen und jede Minute optimal zu nutzen. Klar, denn bis zu einem gewissen Kindesalter lassen sich manche Dinge nur dann erledigen, wenn das Kind grad schläft oder in der Kita ist oder mit Oma beim Spaziergang. Wer schon mal die Spülmaschine ausgeräumt hat, während das anderthalbjährige Kind wach und munter ist, wird mir zustimmen oder kauft sich gerne neues Geschirr.
Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf: irgendwann kommt der Tag, wo ich meinen Kaffee wieder heiß genießen kann (ich glaube, deswegen gehen viele Eltern auch so gerne
arbeiten...).
Labels:
drei Wünsche,
gute Fee,
Kaffee,
Kind
Montag, 4. Oktober 2010
Mutterschaft als Zeitmaschine
Das Zeitreisen rein theoretisch möglich sind, wissen wir ja bereits seit Herrn Einstein. Dass es aber tatsächlich und in der Realität möglich ist, in der Zeit zurückzureisen, erfährt eine Frau in der Regel, sobald sie ein Kind bekommen hat.
Denn auf einmal findet sie sich völlig unvermittelt in den 50er Jahren wieder, in denen die Frau Hausfrau war und ihre Hauptaufgaben darin bestanden, am Herd zu stehen, sich um Göttergatte, Kinder und Schwiegermutter zu kümmern und der Familie ein gemütliches Heim zu schaffen.
Das Problem an dieser Art von Zeitreise ist, dass sie eben nur in die Vergangenheit geht und außerdem in den seltensten Fällen freiwillig angetreten wird. Denn eigentlich plant die moderne, emanzipierte, gut ausgebildete Frau was ganz anderes, nämlich trotz Kind irgendwann wieder arbeiten zu gehen (hu, was für ein wagemutiger Plan!!)
Toll, sagen da die Politiker und Unternehmen, super, dass sich die Frauen von heute nicht mehr nur mit der Mutti-Rolle zufrieden geben, sondern mehr wollen. Und sowohl Politik als auch Unternehmen unterstützen die Frauen in ihrem Plan, wieder arbeiten zu gehen, ganz immens!
Die Politik mit leeren Versprechungen einer besseren, flächendeckenderen und unkomplizierteren Kinderbetreuung (wer in der Hansestadt Hamburg mal einen Kita-Gutschein beantragen musste, weiß wovon ich rede…) und die Unternehmen, indem sie die Frauen gerne wieder in den Schoß der Firma aufnehmen, klar, natürlich, aber leider nur in Vollzeit.
Teilzeit, sagen die Unternehmen, das ist schlecht. Das ist nicht effizient, da fehlt die Kontinuität. Da bleibt immer irgendwas liegen, Termine können nicht eingehalten werden, Meetings zu planen wird ja so aufwendig, weil die Teilzeiterin ja nicht immer da ist und überhaupt, wer Teilzeit arbeitet, kann kein Leistungsträger sein.
Und dann ist immer das Kind krank und irgendwie hat der Chef es so im Gefühl, dass die Frau sich nicht mehr richtig engagiert und andere Prioritäten hat als das 27. Umstrukturierungsprojekt. Nee, also Teilzeit is’ einfach nix.
Sprich, wenn die Frauen also ohne Hilfe der Politik und der Stadt eine Vollzeit-Kinderbetreuung organisieren, die auch greift, wenn das Kind mit 40 Grad Fieber krank im Bett liegt und wenn die Unternehmen einfach gar nicht merken, dass es sich bei der Marketing Managerin oder der Personalreferentin oder der Key Acoounterin auch um eine Mutter handelt, ja, dann ist es doch wirklich ganz toll, wenn Frauen sich nicht nur mit der Mutterrolle zufrieden geben.
Wirklich. Ganz toll. Und so kommt es dann, dass wir uns auf einmal in Rollen und Strukturen wiederfinden, die wir so nie gewollt und geplant haben, nämlich als Hausfrau und Mutter auf unbestimmte Zeit mit dem Göttergatten als Ernährer.
Und egal, wie gut man plant und sich organisiert, am Ende muss man dann doch irgendwann resigniert zugeben, dass es scheinbar in Deutschland irgendwie einfach nicht gewollt ist, dass Mütter in Teilzeit in ihren alten Job zurückkehren. Denn auf dem sitzt ja auch bereits in Vollzeit die jüngere, unverheiratete, kinderlose und dazu auch noch viel billigere, da weniger erfahrene Kollegin.
Was bleibt? In die Selbständigkeit starten oder warten, bis das Kind aus dem Gröbsten raus ist und dann irgendeinen Job annehmen, der zu dem Zeitpunkt eben verfügbar ist.
Natürlich gibt es in Deutschland auch eine Handvoll Unternehmen, wo es anders ist. Wo man als Mutter nach der Elternzeit an seinen alten Arbeitsplatz oder einen äquivalenten zurückkehrt und dies in Teil- oder Vollzeit, so wie man es eben möchte. Aber diese Unternehmen sind rar gesät. Leider.
Denn auf einmal findet sie sich völlig unvermittelt in den 50er Jahren wieder, in denen die Frau Hausfrau war und ihre Hauptaufgaben darin bestanden, am Herd zu stehen, sich um Göttergatte, Kinder und Schwiegermutter zu kümmern und der Familie ein gemütliches Heim zu schaffen.
Das Problem an dieser Art von Zeitreise ist, dass sie eben nur in die Vergangenheit geht und außerdem in den seltensten Fällen freiwillig angetreten wird. Denn eigentlich plant die moderne, emanzipierte, gut ausgebildete Frau was ganz anderes, nämlich trotz Kind irgendwann wieder arbeiten zu gehen (hu, was für ein wagemutiger Plan!!)
Toll, sagen da die Politiker und Unternehmen, super, dass sich die Frauen von heute nicht mehr nur mit der Mutti-Rolle zufrieden geben, sondern mehr wollen. Und sowohl Politik als auch Unternehmen unterstützen die Frauen in ihrem Plan, wieder arbeiten zu gehen, ganz immens!
Die Politik mit leeren Versprechungen einer besseren, flächendeckenderen und unkomplizierteren Kinderbetreuung (wer in der Hansestadt Hamburg mal einen Kita-Gutschein beantragen musste, weiß wovon ich rede…) und die Unternehmen, indem sie die Frauen gerne wieder in den Schoß der Firma aufnehmen, klar, natürlich, aber leider nur in Vollzeit.
Teilzeit, sagen die Unternehmen, das ist schlecht. Das ist nicht effizient, da fehlt die Kontinuität. Da bleibt immer irgendwas liegen, Termine können nicht eingehalten werden, Meetings zu planen wird ja so aufwendig, weil die Teilzeiterin ja nicht immer da ist und überhaupt, wer Teilzeit arbeitet, kann kein Leistungsträger sein.
Und dann ist immer das Kind krank und irgendwie hat der Chef es so im Gefühl, dass die Frau sich nicht mehr richtig engagiert und andere Prioritäten hat als das 27. Umstrukturierungsprojekt. Nee, also Teilzeit is’ einfach nix.
Sprich, wenn die Frauen also ohne Hilfe der Politik und der Stadt eine Vollzeit-Kinderbetreuung organisieren, die auch greift, wenn das Kind mit 40 Grad Fieber krank im Bett liegt und wenn die Unternehmen einfach gar nicht merken, dass es sich bei der Marketing Managerin oder der Personalreferentin oder der Key Acoounterin auch um eine Mutter handelt, ja, dann ist es doch wirklich ganz toll, wenn Frauen sich nicht nur mit der Mutterrolle zufrieden geben.
Wirklich. Ganz toll. Und so kommt es dann, dass wir uns auf einmal in Rollen und Strukturen wiederfinden, die wir so nie gewollt und geplant haben, nämlich als Hausfrau und Mutter auf unbestimmte Zeit mit dem Göttergatten als Ernährer.
Und egal, wie gut man plant und sich organisiert, am Ende muss man dann doch irgendwann resigniert zugeben, dass es scheinbar in Deutschland irgendwie einfach nicht gewollt ist, dass Mütter in Teilzeit in ihren alten Job zurückkehren. Denn auf dem sitzt ja auch bereits in Vollzeit die jüngere, unverheiratete, kinderlose und dazu auch noch viel billigere, da weniger erfahrene Kollegin.
Was bleibt? In die Selbständigkeit starten oder warten, bis das Kind aus dem Gröbsten raus ist und dann irgendeinen Job annehmen, der zu dem Zeitpunkt eben verfügbar ist.
Natürlich gibt es in Deutschland auch eine Handvoll Unternehmen, wo es anders ist. Wo man als Mutter nach der Elternzeit an seinen alten Arbeitsplatz oder einen äquivalenten zurückkehrt und dies in Teil- oder Vollzeit, so wie man es eben möchte. Aber diese Unternehmen sind rar gesät. Leider.
Montag, 23. August 2010
Mein Kind ist ein rücksichtsloser Raser!
Vor einigen Wochen erstand ich auf einem Flohmarkt für 2 Euro für meinen Sohn einen Lauflernwagen. Das ist so eine Art kleine Schubkarre, mit deren Hilfe Kinder das Laufen lernen sollen. Mädchen haben hierfür meistens ihren kleinen Stubenwagen.
Ich brachte den Wagen also mit nach Hause und präsentierte ihn meinem Kind. Nach anfänglicher Skepsis avancierte der Wagen aber schnell zum absoluten Lieblingsspielzeug, ohne das schlichterdings nichts mehr geht.
Mein Sohn startete eigentlich auch recht vorsichtig mit dem Wagen. Erste Schrittchen, ganz langsam. Doch nach und nach wurde er mutiger. Nach einer Weile hatte er die „Maschine“ voll im Griff, eignete sich eine ausgefeilte Kurventechnik an und bog mit quietschenden Reifen um die Ecken unserer Wohnung.
Und auf einmal wurde meinem Mann und mir klar: unser Sohn ist ein rücksichtsloser Raser. Er hält, ohne mit der Wimper zu zucken, auf jegliches Hindernis zu, in der festen Überzeugung, dass, wenn er angeprescht kommt, man ihm schon Platz machen wird.
Nun, Schränke, geschlossene Türen und Kommoden sind da relativ stoisch und schmerzunempfindlich und bewegen sich nicht automatisch zur Seite. Aber mein Mann und ich sollten das schon tun, ansonsten brettert unser Sohn eben über unsere Füße oder schrabbt an unseren Achillessehnen entlang, wobei unsere Schmerzensschreie ihn perverserweise noch anzuspornen scheinen.
Dementsprechend graut uns vor dem Zeitpunkt, wo er gerne den Führerschein machen und dann auch ein eigenes Auto besitzen möchte. Denn ich fürchte wirklich, dass er die Führerscheinprobezeit nie und nimmer besteht und wenn doch, dass er dann irgendwann eine Dauerkarte für den Führerscheinidiotentest-Kurs sein Eigen nennt.
Ich sehe ihn schon übellaunig und fluchend hinter dem Steuer seines Autos, alle vor ihm fahrenden und für sein Verständnis ungeheuer lahmarschigen Verkehrsteilnehmer auf’s übelste beschimpfend. Er sollte vermutlich niemals einen Sportwagen fahren…
Und auch beim Parken sehe ich Probleme auf ihn zukommen. Ich bin mir sicher, er bevorzugt die Variante des französischen Einparkens und würde bei leise geäußerter Kritik an seiner Parktechnik sicherlich nur barsch erwidern, was man denn denke, wofür der Stoßfänger am Auto da sei.
Zusammenfassend stellt sich mir die Frage, ob es wirklich klug war, ihm den Wagen mitzubringen oder ob ich damit nicht die Weichen für eine Raser-Drängler-Karriere gestellt habe…
Ich brachte den Wagen also mit nach Hause und präsentierte ihn meinem Kind. Nach anfänglicher Skepsis avancierte der Wagen aber schnell zum absoluten Lieblingsspielzeug, ohne das schlichterdings nichts mehr geht.
Mein Sohn startete eigentlich auch recht vorsichtig mit dem Wagen. Erste Schrittchen, ganz langsam. Doch nach und nach wurde er mutiger. Nach einer Weile hatte er die „Maschine“ voll im Griff, eignete sich eine ausgefeilte Kurventechnik an und bog mit quietschenden Reifen um die Ecken unserer Wohnung.
Und auf einmal wurde meinem Mann und mir klar: unser Sohn ist ein rücksichtsloser Raser. Er hält, ohne mit der Wimper zu zucken, auf jegliches Hindernis zu, in der festen Überzeugung, dass, wenn er angeprescht kommt, man ihm schon Platz machen wird.
Nun, Schränke, geschlossene Türen und Kommoden sind da relativ stoisch und schmerzunempfindlich und bewegen sich nicht automatisch zur Seite. Aber mein Mann und ich sollten das schon tun, ansonsten brettert unser Sohn eben über unsere Füße oder schrabbt an unseren Achillessehnen entlang, wobei unsere Schmerzensschreie ihn perverserweise noch anzuspornen scheinen.
Dementsprechend graut uns vor dem Zeitpunkt, wo er gerne den Führerschein machen und dann auch ein eigenes Auto besitzen möchte. Denn ich fürchte wirklich, dass er die Führerscheinprobezeit nie und nimmer besteht und wenn doch, dass er dann irgendwann eine Dauerkarte für den Führerscheinidiotentest-Kurs sein Eigen nennt.
Ich sehe ihn schon übellaunig und fluchend hinter dem Steuer seines Autos, alle vor ihm fahrenden und für sein Verständnis ungeheuer lahmarschigen Verkehrsteilnehmer auf’s übelste beschimpfend. Er sollte vermutlich niemals einen Sportwagen fahren…
Und auch beim Parken sehe ich Probleme auf ihn zukommen. Ich bin mir sicher, er bevorzugt die Variante des französischen Einparkens und würde bei leise geäußerter Kritik an seiner Parktechnik sicherlich nur barsch erwidern, was man denn denke, wofür der Stoßfänger am Auto da sei.
Zusammenfassend stellt sich mir die Frage, ob es wirklich klug war, ihm den Wagen mitzubringen oder ob ich damit nicht die Weichen für eine Raser-Drängler-Karriere gestellt habe…
Labels:
Auto,
Drängler,
Führerschein,
Idiotentest,
Kind,
Raser,
Sohn
Sonntag, 1. August 2010
Das lustige „Wer steht auf?“-Spiel
Wenn man ein Kind bekommt, lernt man lauter tolle neue Spiele kennen.
Zum Beispiel das „Nutz’ die Gelegenheit!“-Spiel (Kind schläft, also schnell mal was essen, duschen, Sex haben,…), lustige Suchspiele (sobald das Kind mobil wird: wo waren noch gleich die Autoschlüssel? Ach ja, im Müll…), das „Sei cleverer als Dein Kind“- Spiel (und ahne voraus, auf welche teilweise gefährlichen Ideen der kleine Terrorist kommt, laut Anleitung handelt es sich um ein taktisches Strategiespiel, dabei ist es ein reines Glücksspiel!) und natürlich das lustige „Wer steht auf?“-Spiel.
An diesem Spiele nehmen zwei Erwachsene im Alter von 20 bis 45 und ein Kind teil (das Kind ist so zwischen 0 und 7 Jahre alt). Spielort ist das elterliche Schlafzimmer, gespielt wird von ca. 22 Uhr bis um 6 Uhr morgens.
Die Erwachsenen liegen in ihrem Bett und schlafen, das Kind schläft in seinem Bett (je nachdem, ob die Betten zusammen oder in unterschiedlichen Räumen stehen, steigt der Schwierigkeitsgrad). Irgendwann in der Nacht fängt das Kind an zu weinen und zu schreien. Beide Erwachsenen liegen stocksteif da und stellen sich tot (richtige Hardcore-Spieler sind die, die vom Schreien des Kindes nicht mal wach werden! Hier scheint es für die Einfach-X-Chromosomen-Träger einen leichten genetischen Vorteil zu geben...) Nun beginnt der spannende Teil: wem versagen zuerst die Nerven, sprich, wer steht auf, um nach dem Kind zu sehen?
Dies hängt ein bisschen von Intensität und Dezibel-Zahl des Schreiens und von der Gesamtkonstitution der Mitspieler ab (Kind krank oder gesund, wer hat wie viel Schlaf bekommen in den letzten Nächten und wer ist zuletzt aufgestanden, außerdem hat sich hier schon oft das zweite X-Chromosomen als hinderlich erwiesen).
Jeder der erwachsenen Mitspieler denkt sich: „Boah, also ich steh’ jetzt nicht schon wieder auf, ich bin die ganzen Nächte davor schon dreimal pro Nacht aufgestanden, jetzt kann der / die mal gehen und überhaupt bleibt hier alles an mir hängen!“
Das Ziel des Spieles ist, dass irgendwann dann doch einer von beiden aufsteht (der sich dann in der Regel denkt „Mann, jetzt stehe schon wieder ich auf, so’n Mist, er / sie ist aber auch echt `ne Wurst, ich hab’s so satt!“), es sei denn, man zieht den Joker und das Kind schläft von alleine wieder ein (passiert fast nie…).
Wer dann in diesem Spiel der Gewinner und wer der Verlierer ist, bleibt der jeweils eigenen Interpretation überlassen, denn der Liegenbleiber bekommt auf jeden Fall am nächsten Tag sein Fett weg!
Zum Beispiel das „Nutz’ die Gelegenheit!“-Spiel (Kind schläft, also schnell mal was essen, duschen, Sex haben,…), lustige Suchspiele (sobald das Kind mobil wird: wo waren noch gleich die Autoschlüssel? Ach ja, im Müll…), das „Sei cleverer als Dein Kind“- Spiel (und ahne voraus, auf welche teilweise gefährlichen Ideen der kleine Terrorist kommt, laut Anleitung handelt es sich um ein taktisches Strategiespiel, dabei ist es ein reines Glücksspiel!) und natürlich das lustige „Wer steht auf?“-Spiel.
An diesem Spiele nehmen zwei Erwachsene im Alter von 20 bis 45 und ein Kind teil (das Kind ist so zwischen 0 und 7 Jahre alt). Spielort ist das elterliche Schlafzimmer, gespielt wird von ca. 22 Uhr bis um 6 Uhr morgens.
Die Erwachsenen liegen in ihrem Bett und schlafen, das Kind schläft in seinem Bett (je nachdem, ob die Betten zusammen oder in unterschiedlichen Räumen stehen, steigt der Schwierigkeitsgrad). Irgendwann in der Nacht fängt das Kind an zu weinen und zu schreien. Beide Erwachsenen liegen stocksteif da und stellen sich tot (richtige Hardcore-Spieler sind die, die vom Schreien des Kindes nicht mal wach werden! Hier scheint es für die Einfach-X-Chromosomen-Träger einen leichten genetischen Vorteil zu geben...) Nun beginnt der spannende Teil: wem versagen zuerst die Nerven, sprich, wer steht auf, um nach dem Kind zu sehen?
Dies hängt ein bisschen von Intensität und Dezibel-Zahl des Schreiens und von der Gesamtkonstitution der Mitspieler ab (Kind krank oder gesund, wer hat wie viel Schlaf bekommen in den letzten Nächten und wer ist zuletzt aufgestanden, außerdem hat sich hier schon oft das zweite X-Chromosomen als hinderlich erwiesen).
Jeder der erwachsenen Mitspieler denkt sich: „Boah, also ich steh’ jetzt nicht schon wieder auf, ich bin die ganzen Nächte davor schon dreimal pro Nacht aufgestanden, jetzt kann der / die mal gehen und überhaupt bleibt hier alles an mir hängen!“
Das Ziel des Spieles ist, dass irgendwann dann doch einer von beiden aufsteht (der sich dann in der Regel denkt „Mann, jetzt stehe schon wieder ich auf, so’n Mist, er / sie ist aber auch echt `ne Wurst, ich hab’s so satt!“), es sei denn, man zieht den Joker und das Kind schläft von alleine wieder ein (passiert fast nie…).
Wer dann in diesem Spiel der Gewinner und wer der Verlierer ist, bleibt der jeweils eigenen Interpretation überlassen, denn der Liegenbleiber bekommt auf jeden Fall am nächsten Tag sein Fett weg!
Labels:
Aufstehen,
Duchschlafen,
Kind,
Schlaf
Montag, 26. Juli 2010
Das Kind ist krank oder Was ist ein Immunsystem?
Und da ist es wieder soweit, das Kind ist (schon wieder…) krank.
Das ahnt man am Anfang nicht. Denn ein gestilltes Kind (zum Thema Stillen komme ich auch noch…) ist im ersten Lebensjahr selten krank. Mal eine Laufnase, weil die Umgebung, in der es jetzt lebt, nicht mehr so steril ist wie die, in der es vor der Geburt weilte oder mal etwas Fieber, weil ein Zahn kommt. Sonst eigentlich nix. (Bei Kindern, die die ersten drei Jahre daheim bleiben „dürfen“, kommt der lustige Reigen der Infektionskrankheiten später.)
Zu Anfang ist da der sogenannte Nestschutz durch die Mutter, sprich, das Abwehrsystem des Kindes ist zwar praktisch noch nicht existent, aber die Abwehrstoffe der Mutter befinden sich noch im kindlichen Organismus und schützen vor Infektionen. Wenn aber der Nestschutz und das Stillen wegfallen, ist sozusagen Polen offen.
Das Immunsystem des Kindes muss sich erst entwickeln und klar, das tut es zum einem über die viel diskutierten Impfungen (komme ich auch noch zu…) und zum anderen über Infekte jeglicher Art. Sprich, das Kind ist krank. Und wenn es dann noch einen Platz im Bazillenmutterschiff (der Kita) bekommen hat, bringt es sowieso Krankheiten mit heim, von denen man bisher nicht mal ahnte, dass es sie gibt (schon mal von der Mund-Hand-Fuß-Krankheit gehört? Eben!)
Klar, irgendwie weiß man ja, dass das passiert, passieren muss. Aber man ist sich der Tragweite nicht wirklich bewusst. Man denkt so, ach, na ja, dann ist es halt mal krank. Aber das Kind ist nicht halt mal krank, sondern im 2. Lebensjahr irgendwie kaum gesund…
Den Kita-Platz im 2. Lebensjahr könnte man sich gut mit einer weiteren Familie teilen, denn von fünf möglichen Kita-Tagen nutzt man am Anfang im Durchschnitt zwei bis drei.
Und was das schlimmste ist, wenn das Kind krank ist, man kann nicht viel machen. Trösten, zu trinken geben, zum schlafen überreden, ggf. ein Medikament verabreichen. Und warten. Darauf, dass diese Krankheit vorüber geht und die nächste kommt.
Das ahnt man am Anfang nicht. Denn ein gestilltes Kind (zum Thema Stillen komme ich auch noch…) ist im ersten Lebensjahr selten krank. Mal eine Laufnase, weil die Umgebung, in der es jetzt lebt, nicht mehr so steril ist wie die, in der es vor der Geburt weilte oder mal etwas Fieber, weil ein Zahn kommt. Sonst eigentlich nix. (Bei Kindern, die die ersten drei Jahre daheim bleiben „dürfen“, kommt der lustige Reigen der Infektionskrankheiten später.)
Zu Anfang ist da der sogenannte Nestschutz durch die Mutter, sprich, das Abwehrsystem des Kindes ist zwar praktisch noch nicht existent, aber die Abwehrstoffe der Mutter befinden sich noch im kindlichen Organismus und schützen vor Infektionen. Wenn aber der Nestschutz und das Stillen wegfallen, ist sozusagen Polen offen.
Das Immunsystem des Kindes muss sich erst entwickeln und klar, das tut es zum einem über die viel diskutierten Impfungen (komme ich auch noch zu…) und zum anderen über Infekte jeglicher Art. Sprich, das Kind ist krank. Und wenn es dann noch einen Platz im Bazillenmutterschiff (der Kita) bekommen hat, bringt es sowieso Krankheiten mit heim, von denen man bisher nicht mal ahnte, dass es sie gibt (schon mal von der Mund-Hand-Fuß-Krankheit gehört? Eben!)
Klar, irgendwie weiß man ja, dass das passiert, passieren muss. Aber man ist sich der Tragweite nicht wirklich bewusst. Man denkt so, ach, na ja, dann ist es halt mal krank. Aber das Kind ist nicht halt mal krank, sondern im 2. Lebensjahr irgendwie kaum gesund…
Den Kita-Platz im 2. Lebensjahr könnte man sich gut mit einer weiteren Familie teilen, denn von fünf möglichen Kita-Tagen nutzt man am Anfang im Durchschnitt zwei bis drei.
Und was das schlimmste ist, wenn das Kind krank ist, man kann nicht viel machen. Trösten, zu trinken geben, zum schlafen überreden, ggf. ein Medikament verabreichen. Und warten. Darauf, dass diese Krankheit vorüber geht und die nächste kommt.
Labels:
Immunsystem,
Kind,
Kinderkrankheiten,
Kita
Mittwoch, 21. Juli 2010
Der „Mein Leben ist trübe, grau und doof“-Flash
Manchmal habe ich als Mama solche Tage. Dann habe ich das Gefühl, mein Leben ist eine nicht enden wollende Aneinanderreihung von nervigen, alltagsschweren und unendlich ermüdenden Tagen.
Das passiert meist dann, wenn das Kind krank ist, ich deshalb zuwenig Schlaf bekomme und den Tag damit verbringe, die Nase des kleinen Patienten zu putzen und für die Bereitstellung eines 1A-Entertainmentprogramms zu sorgen, es draußen junge Hunde regnet und der nächste Urlaub so weit weg ist wie der Pluto von der Sonne. Der Höhepunkt es Tages ist der Besuch des nahegelegenen Drogeriemarktes und ich überlege mir beim Müll rausbringen, wie schnell ich am Flughafen sein könnte, ob Guatemala Air mich auch ohne Reisepass und in Jogginghose und Hausschlappen mitnimmt und ob und wie schnell überhaupt jemand merken würde, dass ich weg bin.
Das Kind quengelt trotz 1A-Entertainmentprogramm, weil’s ihm halt mies geht, der Spaziergang fällt wegen sinnflutartigen Regenfällen buchstäblich ins Wasser und was zu essen kann ich mir auch nicht machen, da sich das Kind wie ein Greenpeace-Aktivist an mein Bein gekettet hat. Und wenn’s dann ganz dick kommt, ist der Kindsvater auch noch krank und ich selbst fühle bereits mein Immunsystem den Kampf gegen die eindringenden Viren verlieren.
An solchen Tagen fällt mir dann immer auf, dass ich schon eeeeewig! nichts schönes mehr unternommen habe, schon gefühlte 10 Jahre keine Zeit mehr für mich hatte und es grad den Anschein hat, als käme ich aus diesem Gulag niemals mehr raus.
Meistens fühle ich mich dann zusätzlich noch schlechter, weil ich ja eigentlich dankbar für Mann und Kind sein sollte, genauso wie für die Gesundheit von uns dreien und allen Menschen, die ich lieb habe. Aber Dankbarkeit hat an solchen Tagen irgendwie Besuchsverbot bei mir.
Die Frage ist jetzt natürlich, wie komme ich aus diesem Tief wieder raus? In der Regel reicht es schon, mal wieder durchzuschlafen, eine leckere warme Mahlzeit zu bekommen (Lieferservice sei Dank!) oder mal feste in den Arm genommen zu werden.
Essen habe ich bestellt, wie die Nacht wird, keine Ahnung und vielleicht knutscht mich ja nachher der Kindsvater noch mal. Und dann wird mein Immunsystem den Kampf auf jeden Fall verlieren…
Das passiert meist dann, wenn das Kind krank ist, ich deshalb zuwenig Schlaf bekomme und den Tag damit verbringe, die Nase des kleinen Patienten zu putzen und für die Bereitstellung eines 1A-Entertainmentprogramms zu sorgen, es draußen junge Hunde regnet und der nächste Urlaub so weit weg ist wie der Pluto von der Sonne. Der Höhepunkt es Tages ist der Besuch des nahegelegenen Drogeriemarktes und ich überlege mir beim Müll rausbringen, wie schnell ich am Flughafen sein könnte, ob Guatemala Air mich auch ohne Reisepass und in Jogginghose und Hausschlappen mitnimmt und ob und wie schnell überhaupt jemand merken würde, dass ich weg bin.
Das Kind quengelt trotz 1A-Entertainmentprogramm, weil’s ihm halt mies geht, der Spaziergang fällt wegen sinnflutartigen Regenfällen buchstäblich ins Wasser und was zu essen kann ich mir auch nicht machen, da sich das Kind wie ein Greenpeace-Aktivist an mein Bein gekettet hat. Und wenn’s dann ganz dick kommt, ist der Kindsvater auch noch krank und ich selbst fühle bereits mein Immunsystem den Kampf gegen die eindringenden Viren verlieren.
An solchen Tagen fällt mir dann immer auf, dass ich schon eeeeewig! nichts schönes mehr unternommen habe, schon gefühlte 10 Jahre keine Zeit mehr für mich hatte und es grad den Anschein hat, als käme ich aus diesem Gulag niemals mehr raus.
Meistens fühle ich mich dann zusätzlich noch schlechter, weil ich ja eigentlich dankbar für Mann und Kind sein sollte, genauso wie für die Gesundheit von uns dreien und allen Menschen, die ich lieb habe. Aber Dankbarkeit hat an solchen Tagen irgendwie Besuchsverbot bei mir.
Die Frage ist jetzt natürlich, wie komme ich aus diesem Tief wieder raus? In der Regel reicht es schon, mal wieder durchzuschlafen, eine leckere warme Mahlzeit zu bekommen (Lieferservice sei Dank!) oder mal feste in den Arm genommen zu werden.
Essen habe ich bestellt, wie die Nacht wird, keine Ahnung und vielleicht knutscht mich ja nachher der Kindsvater noch mal. Und dann wird mein Immunsystem den Kampf auf jeden Fall verlieren…
Abonnieren
Posts (Atom)