Während meines Psychologiestudiums gab es ein geflügeltes Wort, welches man sich immer wieder gerne um die Ohren gehauen hat: Ratschläge sind auch Schläge.
Sprich, auch gut gemeinte Tipps können nicht immer gut ankommen.
Im Moment mache ich gerade die Erfahrung, dass dieses geflügelte Wort irgendwie immer noch Relevanz hat. Wie ich ja schon einmal in einem Posting erwähnte, ist Kindererziehung nicht immer einfach. Der kleine Mensch, der da bei uns wohnt, entwickelt mit zunehmendem Alter auch seine eigene Persönlichkeit (Gott sei Dank!) und hat eigene Vorstellungen und Ziele, die nicht zwingend mit unseren übereinstimmen müssen.
Also kracht es ab und zu gewaltig. Wenn das passiert, fühle ich mich sowieso schon immer mies, erstens, weil ich mich nicht gern streite und zweitens, weil ich leider nicht immer so cool und souverän bin wie ich es gerne wäre (denn schließlich ist mein Konfliktpartner gerade mal zwei Jahre alt…).
Was ich in solchen Situationen dann irgendwie gar nicht brauchen kann, sind die Ratschläge von wohlmeinenden Müttern, Schwiegermüttern, Freundinnen, Spielplatz-Muttis und so weiter und so fort. Mich interessiert in so einem Fall nicht im Geringsten, wie jemand anders gerade meinen Erziehungsstil beurteilt und was er oder sie hier optimalerweise tun würde. Und ich möchte auch nicht wissen, was die Juhls, die Montessoris, die Steiners und die Winterhoffs dieser Welt als Handlungsvorschlag empfehlen würden.
In solchen Situationen hilft es am meisten, wenn sich alle nicht direkt Beteiligten einfach raushalten und hinterher mal einer sagt: „Mach’ Dir nichts draus, ist nicht schlimm, bei uns geht’s auch manchmal so zu.“
Natürlich frage ich um Rat, wenn ich nicht weiter weiß. Aber dann frage ich zum Beispiel die Erzieherinnen in der Kita, denn die kennen mein Kind gut und haben Ahnung von Pädagogik. Und wenn ich frage, kann ich Ratschläge auch gut annehmen. Ich will nur einfach nicht ungefragt „beratschlagt“ werden. Allgemeingültige Ratschläge aus irgendwelchen schlauen Erziehungsbüchern bringen mich nicht weiter, wenn mein kleiner Wutwichtel brüllend auf dem Boden liegt oder mich mit einem Kauknochen verwechselt.
In solchen Situationen denke ich oft an den schönen Spruch von Dieter Nuhr: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Klappe halten.
Schön, dass Du vorbei schaust...
Hallo und herzlich Willkommen in meiner Welt!
Hier schreibe ich über die Dinge, die ich so erlebe, Lustiges, Kurioses, Ärgerliches... Über all das, was jedem von uns jeden Tag im Alltag widerfährt und wo man vielleicht denkt, wieso schreibt da eigentlich nicht mal einer drüber?
Was ich schreibe, kann man gut finden, muss man aber nicht. Kann man kommentieren, muss man aber nicht. Frei nach dem Motto: Alles geht, nichts muss.
In diesem Sinne: viel Spaß!
Deine Violet
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Was ich schreibe, kann man gut finden, muss man aber nicht. Kann man kommentieren, muss man aber nicht. Frei nach dem Motto: Alles geht, nichts muss.
In diesem Sinne: viel Spaß!
Deine Violet
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Montag, 23. Mai 2011
Mittwoch, 1. September 2010
Oh je, ich lese...
Sobald man erzählt, dass man ein Kind erwartet, bekommt man in der Regel verschiedene Büchertipps bzw. bekommt verschiedene Ratgeber zum Thema Kinder, Kinderkriegen, Kinderentwicklung und –erziehung geschenkt.
Das kann teilweise hilfreich sein, manchmal macht es einen aber nur noch zusätzlich kirre.
So werden zum Beispiel in einem Buch von zwei niederländischen Psychologen die Entwicklungsschübe des Kindes in den ersten 14 Lebensmonaten erklärt. Das ist nicht schlecht, denn dadurch versteht man als Greenhorn-Mutter besser, warum das sonst so sonnige Kind auf einmal so viel weint und so quengelig ist, nämlich, weil es gerade „schubt“ (Umgangssprachlicher Ausdruck für einen Entwicklungsschub in den einschlägigen Internet-Mutti-Diskussionsforen).
Fatal ist allerdings, wenn man dann liest, was der kleine Schatz nach dem Schub denn nun alles können müsste und der kleine Schatz aber überhaupt keine Anstalten macht, mit sechs Monaten alleine mit Messer und Gabel zu essen, der Mami Kussshändchen zuzuwerfen oder sein Bilderbuch auswendig zu repetieren. Wenn dann noch eine andere Mutti daher kommt, deren Kind dies selbstverständlich alles kann (klar!), passiert wieder genau das, was man eigentlich lassen sollte: man vergleicht. Und fühlt sich schlecht dabei. Dumm das.
Von Ratgebern dieser Art gibt es unzählige, geschrieben wie gesagt von niederländischen Psychologen, schweizer Kinderärzten und dänischen Erziehungsexperten, die irgendwie versuchen wollen, einem die neue Welt zu erklären, in die man da blind getappt ist und die einen statt dessen oftmals nur noch mehr verunsichern.
„Ach,“ höre ich da wieder die sehr abgeklärten Mütter sagen, „ich habe mich davon gar nicht beeindrucken lassen, ich ziehe mir aus den Büchern, was ich brauche und lasse mich nicht verunsichern.“
Natürlich ist es vernünftig, Ratgeber jeglicher Art genauso zu lesen: sich das rausziehen, was man braucht und den Rest ignorieren. Und nach einiger Zeit mit dem Kind kommt man auch in eine Routine und gewinnt Sicherheit, einfach weil man selbst am besten weiß, was das Kind gerade hat oder braucht oder kann. Beim zweiten oder dritten Kind weiß man dann auch von Anfang an, dass jedes Kind seine eigene Norm und sein eigenes Tempo hat. Aber beim ersten Kind ist die Unsicherheit eben groß.
Frage ist jetzt, was verwirrt eigentlich mehr, der Ratgeber oder die coolen Alles-Wisser-Muttis? Beide, würde ich sagen. Und so muss man eben durch die Phase der Unsicherheit inklusive Ratgeber-Studium und Super-Mutti-Diskussionsforen durch, bis man selbst am besten weiß, was gut und richtig ist. Ist man dann eigentlich auch eine Super-Mutti???
Das kann teilweise hilfreich sein, manchmal macht es einen aber nur noch zusätzlich kirre.
So werden zum Beispiel in einem Buch von zwei niederländischen Psychologen die Entwicklungsschübe des Kindes in den ersten 14 Lebensmonaten erklärt. Das ist nicht schlecht, denn dadurch versteht man als Greenhorn-Mutter besser, warum das sonst so sonnige Kind auf einmal so viel weint und so quengelig ist, nämlich, weil es gerade „schubt“ (Umgangssprachlicher Ausdruck für einen Entwicklungsschub in den einschlägigen Internet-Mutti-Diskussionsforen).
Fatal ist allerdings, wenn man dann liest, was der kleine Schatz nach dem Schub denn nun alles können müsste und der kleine Schatz aber überhaupt keine Anstalten macht, mit sechs Monaten alleine mit Messer und Gabel zu essen, der Mami Kussshändchen zuzuwerfen oder sein Bilderbuch auswendig zu repetieren. Wenn dann noch eine andere Mutti daher kommt, deren Kind dies selbstverständlich alles kann (klar!), passiert wieder genau das, was man eigentlich lassen sollte: man vergleicht. Und fühlt sich schlecht dabei. Dumm das.
Von Ratgebern dieser Art gibt es unzählige, geschrieben wie gesagt von niederländischen Psychologen, schweizer Kinderärzten und dänischen Erziehungsexperten, die irgendwie versuchen wollen, einem die neue Welt zu erklären, in die man da blind getappt ist und die einen statt dessen oftmals nur noch mehr verunsichern.
„Ach,“ höre ich da wieder die sehr abgeklärten Mütter sagen, „ich habe mich davon gar nicht beeindrucken lassen, ich ziehe mir aus den Büchern, was ich brauche und lasse mich nicht verunsichern.“
Natürlich ist es vernünftig, Ratgeber jeglicher Art genauso zu lesen: sich das rausziehen, was man braucht und den Rest ignorieren. Und nach einiger Zeit mit dem Kind kommt man auch in eine Routine und gewinnt Sicherheit, einfach weil man selbst am besten weiß, was das Kind gerade hat oder braucht oder kann. Beim zweiten oder dritten Kind weiß man dann auch von Anfang an, dass jedes Kind seine eigene Norm und sein eigenes Tempo hat. Aber beim ersten Kind ist die Unsicherheit eben groß.
Frage ist jetzt, was verwirrt eigentlich mehr, der Ratgeber oder die coolen Alles-Wisser-Muttis? Beide, würde ich sagen. Und so muss man eben durch die Phase der Unsicherheit inklusive Ratgeber-Studium und Super-Mutti-Diskussionsforen durch, bis man selbst am besten weiß, was gut und richtig ist. Ist man dann eigentlich auch eine Super-Mutti???
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