Schön, dass Du vorbei schaust...

Hallo und herzlich Willkommen in meiner Welt!
Hier schreibe ich über die Dinge, die ich so erlebe, Lustiges, Kurioses, Ärgerliches... Über all das, was jedem von uns jeden Tag im Alltag widerfährt und wo man vielleicht denkt, wieso schreibt da eigentlich nicht mal einer drüber?
Was ich schreibe, kann man gut finden, muss man aber nicht. Kann man kommentieren, muss man aber nicht. Frei nach dem Motto: Alles geht, nichts muss.

In diesem Sinne: viel Spaß!
Deine Violet
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Freitag, 14. Januar 2011

An der nächsten Ampel sehen wir uns wieder!

Ich fahre gern Auto. Und ich fahre auch gerne zügig Auto. Manchmal etwas zu zügig, wie die Tickets für zu schnelles Fahren aus dem letzten Jahr unzweifelhaft belegen.

Aber im Vergleich zu so manch anderem Hobby-Schumi bin ich dann doch ein echter Trulli oder Yamamoto.
Da brettern einige durch die Innenstadt, mit 80 Sachen oder mehr, überholen riskant, wechseln die Spur im 10-Sekunden-Takt und ich frage mich wirklich, warum (wieder einmal höre ich die Stimme vom Göttergatten: weil sie’s können!).
Wollen die Jungs (ja, meistens sind es XY-Chromosomen-Träger…) irgendwo früher ankommen? Hat ihr Navigationssystem versagt und sie wähnen sich auf dem Nürburgring und doch ist es nur die Eiffestraße? Sind sie in eine Tube mit Sekundenkleber getreten und nun klebt ihr Schuh am Gaspedal fest?

Zeit sparen kann auf jeden Fall nicht der Grund sein, denn die meisten der Möchtegern-Vettels treffe ich in der Regel an der nächsten Ampel wieder, wo sie dann schon den Motor aufheulen lassen und sobald die Ampel von rot auf orange springt, einen gummi-fressenden Kavaliersstart hinlegen. Das könnte natürlich auch der Grund sein: die Jungs gehen so gerne Reifen shoppen!

Wie auch immer, es scheint sie glücklich zu machen, wenigstens einmal am Tag nicht der Herr Kaluppke von der Hamburg Mannheimer zu sein, sondern in ihrer kleinen Welt ein waschechter Formel-Eins-Fahrer mit einer Mördermaschine unter dem Allerwertesten. Also, lassen wir ihnen die Freude am Fahren!

Montag, 29. November 2010

Lesen Sie das Kleingedruckte!

Heute habe ich nach längerer Zeit mal wieder meinen Sohn in die Kita gebracht. Normalerweise macht das ja mein Göttergatte auf dem Weg zur Arbeit, aber heute war ich mal dran.

Als ich ihn dann so an den Frühstückstisch zu den anderen Kindern gesetzt habe, schaute er mich, sein derzeitiges Lieblings-Auto (Audi TT, silberfarben) fest in seiner kleinen Hand umklammert, sehr ernst aus großen Augen an. Und *wuuuusch* bekam ich eine volle Breitseite vom schlechten Mütter-Gewissen um die Ohren gehauen.

Trotzdem ich weiß, dass er sich in der Kita wohlfühlt, gerne hingeht und die Erzieherinnen wirklich liebevoll und umsorgend mit den Kleinen umgehen, obwohl ich weiß, dass es ihm und seiner Entwicklung gut tut, in der Kita mit anderen Kindern zusammen zu sein (so sozialkompetenzmäßig), brach es mir völlig unerwartet immer noch fast das Herz, ihn dort zu lassen.

Und da frage ich mich doch ernsthaft, warum ich so bescheuert bin. Liegt das in der Natur des Mutter-Seins, so zu fühlen?? Also sprich, es ist genetisch festgelegt und somit unumgänglich? Und wird es wenigstens irgendwann mal weniger?

Meine Hebamme, eine wie ich finde, sehr weise Frau, sagte mal zu mir, das schlechte Gewissen und die ständige Angst ums Kind sind die dunkle Seite der Mutterliebe.
Sozusagen systemimmanent.

Dies alles steht im Kleingedruckten der Stellenbeschreibung „Senior Educating Officer“ (oder kurz „Mutter“), aber man kann es leider nicht lesen durch die rosarote Brille, die man hormonbedingt in der Schwangerschaft aufhat.
Wenn dann diese rosarote Brille irgendwann runter fällt (so ungefähr vier Wochen nach der Geburt), ist es zu spät zum Nachverhandeln der Konditionen.

Na ja. Welcher Job ist schon perfekt…

Montag, 23. August 2010

Mein Kind ist ein rücksichtsloser Raser!

Vor einigen Wochen erstand ich auf einem Flohmarkt für 2 Euro für meinen Sohn einen Lauflernwagen. Das ist so eine Art kleine Schubkarre, mit deren Hilfe Kinder das Laufen lernen sollen. Mädchen haben hierfür meistens ihren kleinen Stubenwagen.

Ich brachte den Wagen also mit nach Hause und präsentierte ihn meinem Kind. Nach anfänglicher Skepsis avancierte der Wagen aber schnell zum absoluten Lieblingsspielzeug, ohne das schlichterdings nichts mehr geht.

Mein Sohn startete eigentlich auch recht vorsichtig mit dem Wagen. Erste Schrittchen, ganz langsam. Doch nach und nach wurde er mutiger. Nach einer Weile hatte er die „Maschine“ voll im Griff, eignete sich eine ausgefeilte Kurventechnik an und bog mit quietschenden Reifen um die Ecken unserer Wohnung.

Und auf einmal wurde meinem Mann und mir klar: unser Sohn ist ein rücksichtsloser Raser. Er hält, ohne mit der Wimper zu zucken, auf jegliches Hindernis zu, in der festen Überzeugung, dass, wenn er angeprescht kommt, man ihm schon Platz machen wird.

Nun, Schränke, geschlossene Türen und Kommoden sind da relativ stoisch und schmerzunempfindlich und bewegen sich nicht automatisch zur Seite. Aber mein Mann und ich sollten das schon tun, ansonsten brettert unser Sohn eben über unsere Füße oder schrabbt an unseren Achillessehnen entlang, wobei unsere Schmerzensschreie ihn perverserweise noch anzuspornen scheinen.

Dementsprechend graut uns vor dem Zeitpunkt, wo er gerne den Führerschein machen und dann auch ein eigenes Auto besitzen möchte. Denn ich fürchte wirklich, dass er die Führerscheinprobezeit nie und nimmer besteht und wenn doch, dass er dann irgendwann eine Dauerkarte für den Führerscheinidiotentest-Kurs sein Eigen nennt.

Ich sehe ihn schon übellaunig und fluchend hinter dem Steuer seines Autos, alle vor ihm fahrenden und für sein Verständnis ungeheuer lahmarschigen Verkehrsteilnehmer auf’s übelste beschimpfend. Er sollte vermutlich niemals einen Sportwagen fahren…

Und auch beim Parken sehe ich Probleme auf ihn zukommen. Ich bin mir sicher, er bevorzugt die Variante des französischen Einparkens und würde bei leise geäußerter Kritik an seiner Parktechnik sicherlich nur barsch erwidern, was man denn denke, wofür der Stoßfänger am Auto da sei.

Zusammenfassend stellt sich mir die Frage, ob es wirklich klug war, ihm den Wagen mitzubringen oder ob ich damit nicht die Weichen für eine Raser-Drängler-Karriere gestellt habe…