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Hallo und herzlich Willkommen in meiner Welt!
Hier schreibe ich über die Dinge, die ich so erlebe, Lustiges, Kurioses, Ärgerliches... Über all das, was jedem von uns jeden Tag im Alltag widerfährt und wo man vielleicht denkt, wieso schreibt da eigentlich nicht mal einer drüber?
Was ich schreibe, kann man gut finden, muss man aber nicht. Kann man kommentieren, muss man aber nicht. Frei nach dem Motto: Alles geht, nichts muss.

In diesem Sinne: viel Spaß!
Deine Violet
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Sonntag, 1. Mai 2011

Von der mütterlichen Unfähigkeit zu entspannen

Sonntagmorgen, 10 Uhr. Herrlicher Sonnenschein, blauer Himmel, der gemütliche Balkon lädt zum Genuss einer schönen Tasse Kaffee in der Sonne ein.

Mann und Kind verabschieden sich auf den nahegelegenen Spielplatz und werden nicht vor 12 Uhr zurück erwartet.

Mütterliches Durchschnaufen. Jetzt schnell den Kaffee zubereitet… Aber Moment, was müffelt denn da so? Ups, der Müll. Hm, der müsste runter gebracht werden… Ok, erst mal den Kaffeevollautomaten vorheizen, dann flott den Müll runter gebracht, dann Kaffee.

Müllentsorgung vollbracht, wieder oben angekommen, befindet sich die unvorsichtigerweise einige Zeit zuvor voll beladene Waschmaschine im Schleudergang. Na ja, gut, eben noch die Wäsche aufgehängt. Ach ja, und das Bett müsste ja noch gemacht werden, wie sieht denn das sonst aus am heiligen Sonntag!

Ach herrje, die Spülmaschine streikt. Alles voller Schaum, das rote Lämpchen „Zufluss-/Abfluss“ leuchtet. Mist, was ist das denn jetzt? Bisschen sinnlos im Schaum rumgewühlt, bäh, eklig, Maschine schnell wieder zu, soll der Göttergatte mal gucken, wenn er wieder da ist.

Jetzt aber wirklich Kaffee gekocht und dann nix wie raus in die Sonne. Ach, meine Mails könnte ich ja schnell noch checken. Eieiei, Freundin Sabine mailt zum X. ten Mal, immer keine Zeit zum Antworten gefunden, sie klingt jetzt schon etwas angefressen. Gut, Kaffee und Balkon müssen zwecks dringend erforderlicher Sozialkontaktpflege eben noch fünf Minuten warten.

Was ist das denn??? Die Rechnung, die da gerade per Mail vom Mobilfunkanbieter gekommen ist, ist ja viel zu hoch! Was haben die denn wieder verbockt? Ahrggh, Ärger, da rufe ich jetzt aber sofort an, die hamse ja wohl nicht alle.
Düdeldüdeldü, ab in die Warteschleife. Mist, da hätte ich mir ja auch noch schnell einen Kaffee… „Deutsche Telekom mein Name ist Schnippkoweit, was kann ich für Sie tun?“
Problem geschildert, Unmut geäußert, noch mal 20 Minuten gewartet, noch mal mit einem anderen Servicemitarbeiter diskutiert, mit Brief an die BILD-Zeitung gedroht, schließlich eine Gutschrift zugesagt bekommen.

Endlich, fertig. Nun aber der Kaffee und die Sonne… Die Haustür geht, ein fröhliches Kinderlachen ertönt und eine männliche Stimme sagt: „Hallo, da sind wir wieder, wann gibt’s Mittagessen?“

Wieso sind die denn schon zurück, es ist doch erst – Blick auf die Uhr – ach so, schon 12 Uhr…

Großer Seufzer, soviel zum Thema eine schöne Tasse Kaffee in der Sonne auf dem gemütlichen Balkon genießen. Na ja, vielleicht nächsten Sonntag. Wenn’s nicht regnet.

Dienstag, 12. Oktober 2010

Eine heiße Tasse Kaffee…

Wenn zu mir die berühmte gute Fee käme und mir sagen würde, ich hätte denn ja jetzt drei Wünsche frei, dann müsste ich zumindest bei einem Wunsch nicht lange überlegen.

Ich wünsche mir eine heiße Tasse Kaffee. Ein profaner Wunsch, mag sich er geneigte Leser jetzt denken, problemlos und in Sekundenschnelle erfüllbar. Welch ein Frevel, hierfür einen der sehr raren Wünsche der noch rareren guten Feen zu verschwenden.

Nun, das ist nur eure Meinung. Ich trinke nämlich seit vielen Monaten meinen Kaffee nur noch lauwarm bzw. kalt. Woran das liegt? Tja, ich weiß auch nicht, aber ich bringe mein Kind damit in Verbindung.

Die Herstellung der heißen Tasse Kaffee ist in der Tat problemlos und dauert nur wenige Sekunden (Kaffeevollautomat sei Dank). Aber sobald der Kaffee fertig ist und mit einem guten Schuß Vollmilch veredelt darauf wartet, von mir genossen zu werden, passiert das Merkwürdige: irgendetwas kommt dazwischen.

Zum Beispiel eine volle Windel, eine Beule am Kopf durch die Kollision von Kind und Tischkante, eine fertige Wasch- bzw. Spülmaschine bzw. ein fertiger Wäschetrockner, die Türklingel, das Telefon und noch siebentausend andere Dinge passieren immer in der Sekunde, wo mein Kaffee noch heiß ist. Gut, manche Dinge würden auch ein wenig Aufschub dulden (z.B. sämtliche fertige Reinigungsmaschinen) und der Anrufer könnte sich auch erst einmal mit dem Anrufbeantworter unterhalten, aber das mit dem Aufschub bekomme ich irgendwie nicht hin. Also erledige ich, was zu erledigen ist und wenn ich mich dann meinem Kaffee wieder nähere, ist er halt bestenfalls noch lauwarm.

Vermutlich ist das wieder so ein Mutti-Ding, alle Dinge gleichzeitig erledigen zu wollen und jede Minute optimal zu nutzen. Klar, denn bis zu einem gewissen Kindesalter lassen sich manche Dinge nur dann erledigen, wenn das Kind grad schläft oder in der Kita ist oder mit Oma beim Spaziergang. Wer schon mal die Spülmaschine ausgeräumt hat, während das anderthalbjährige Kind wach und munter ist, wird mir zustimmen oder kauft sich gerne neues Geschirr.

Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf: irgendwann kommt der Tag, wo ich meinen Kaffee wieder heiß genießen kann (ich glaube, deswegen gehen viele Eltern auch so gerne
arbeiten...).