Schön, dass Du vorbei schaust...

Hallo und herzlich Willkommen in meiner Welt!
Hier schreibe ich über die Dinge, die ich so erlebe, Lustiges, Kurioses, Ärgerliches... Über all das, was jedem von uns jeden Tag im Alltag widerfährt und wo man vielleicht denkt, wieso schreibt da eigentlich nicht mal einer drüber?
Was ich schreibe, kann man gut finden, muss man aber nicht. Kann man kommentieren, muss man aber nicht. Frei nach dem Motto: Alles geht, nichts muss.

In diesem Sinne: viel Spaß!
Deine Violet

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Alle Jahre wieder – Weihnachten, die 2te



Der Göttergatte ist ein extrem geduldiger Mensch. Muss er auch sein, denn er hat sich mit mir nicht gerade ein pflegeleichtes und unkompliziertes Exemplar der Gattung Frau ausgesucht.

Ich neige ein wenig zur Eigenwilligkeit und Sturheit und bin bereits mitten drin in dem von Markus Barth in seinem Buch „Mettwurst ist kein Smoothie“ beschriebenen Prozess der Verkauzung (großartiges Buch, nebenbei bemerkt, sehr empfehlenswert, ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal Tränen beim Lesen gelacht habe…). Sprich, meine Handlungen sind nicht immer nachvollziehbar und schon gar nicht logisch.

Aber wie gesagt, der Göttergatte trägt es mit großer Gelassenheit. Allerdings wird seine Belastbarkeit und Stressresistenz einmal im Jahr besonders gefordert, nämlich zur Weihnachtszeit. Ab dem 1.12. günstigstenfalls, zu seinem Leidwesen eher schon früher (so ab Mitte November) raste ich nämlich total aus. 
Da gibt es für mich kein Halten mehr und ich dekoriere die Wohnung mit Engeln, Weihnachtsmännern, Sternen und vielerlei Zierrat mehr. Dazu sorge ich mit ungefähr einer Fantastillionen Kerzen für Atemnot bei meinen Mitbewohnern, da ich sie alle gleichzeitig anzünde und so für akuten Sauerstoffmangel sowie Paraffingestank sorge, den ich gern noch mit dem Abbrennen von Rauchkerzen flankiere. Ich finde es schön so, dem Göttergatten hingegen tränen die Augen. 

Aber das ist bei weitem noch nicht die größte Belastungsprobe für den Göttergatten. Nein, die wirklich härteste Herausforderung für ihn ist die Tatsache, dass ich weihnachtliche Musik liebe und diese so gern mit meinem Gesang begleite. Ab dem ersten Advent dudele ich in der Dauerschleife „Last Christmas“, „White Christmas“, „Jingle Bells“ und ähnliche Weihnachtsevergreens und singe so inbrünstig mit, dass nicht nur mir die Tränen kommen.

Ich schwebe also auf meinem Wölkchen aus Weihnachtsstimmung, Rauchkerzen und Plätzchenduft durch die Wohnung und der Göttergatte denkt über eine Flucht nach Guatemala nach. Doch seine Leidensfähigkeit ist groß. Ich nehme an, dass muss wohl Liebe sein…

Samstag, 23. November 2013

Oh Weihnachtszeit – Du gnadenreiche Zeit!


Der Göttergatte und ich verbringen dieses Jahr das Weihnachtsfest bei seinen Eltern zusammen mit der ganzen Familie.

Ganze Familie, das heißt: der Göttergatte, das Kind, meine Schwiegereltern, meine Mutter und meine Wenigkeit. 

Crazy Vorhaben, ich weiß. Und als wenn ein gemeinsames Fest mit der ganzen Familie nicht schon Herausforderung genug ist, habe ich, in einem Moment völliger geistiger Umnachtung (Weihnachten! Mit der Familie! Wie schöööön!) beschlossen, dem ganzen noch einen zusätzlichen Kick zu geben und schlug vor, dass der Göttergatte und ich an einem Tag zusammen für die ganze Familie kochen wollen.

Ja, hab‘ ich sie denn noch alle beisammen???? Ich muss doch wirklich mit dem Klammerbeutel gepudert sein! Denn die einzigen, die wirklich unkompliziert beim Essen sind, sind meine Schwiegermutter und ich! Wir essen einfach gern und wir essen auch einfach alles. 

Der Rest der Mischpoke hingegen: katastrophal. Der Göttergatte ist militanter Vegetarier, isst nix, was mal Augen hatte und gibt auch gerne mal Geräusche des Ekels von sich, wenn wir Barbaren das Wildschwein aufteilen.

Das Kind isst hingegen nur Fleisch, Gemüse ums Verrecken nicht, es sei, es gelingt mir, es irgendwie zu tarnen oder im / beim / unter dem Fleisch zu verstecken. Und eigentlich reichen ihm Nudeln mit Ketchup, das geht immer, 7 Tage die Woche.

Mein Schwiegervater isst am liebsten das, was seine Frau gekocht hat oder der Koch des Golfclubs, in dem er Mitglied ist. 

Und meine Mutter begleitet sowieso jeden zweiten Satz mit „Ach, für mich nicht, das lohnt sich doch nicht mehr, ich sterbe ja bald.“ Sie ist 76 und bis auf ihre Arthrose und einen etwas zickigen, aber medikamentös durchaus gut eingestellten Blutdruck kerngesund. Sie ist am liebsten Pellkartoffeln mit Quark, das ist billig und schmeckt gut (besonders, wenn die Zutaten vom nahegelegenen Discounter und im Sonderangebot waren, so dass man beim Einkauf fast noch was raus bekommt).

Und in diese Parameter, die selbst einen Jamie Oliver nervös zuckende Mundwinkel bescheren würden, komm‘ ich daher und sage, „Wir können ja an einem Tag für alle kochen.“

Tja. Jeder schafft sich sein eigenes Armageddon…

Dienstag, 9. Oktober 2012

I have a dream...

Im Grunde geht es mir wie Martin Luther King. Ich habe auch einen Traum. Gut, meiner ist von geringerer politischer Reichweite als der von Herrn Luther King, aber es ist halt mein Traum und ich wünsche mir wirklich mit aller Kraft, dass er wahr wird.

Mein Traum ist ein Eigenheim. Die eigenen vier Wände, das eigene Dach über dem Kopf. Wie gesagt, nicht ganz so weltverändernd wie die Idee, dass alle Menschen gleich sind. Vermutlich ist das für viele sogar ein echt spießiger Traum ist, der irgendwie immer mit einem Opel Kombi und der Mitgliedschaft im Kleintierzuchtverein einhergeht.

Mag sein. Ist mir egal. Was mir allerdings nicht egal ist, ist die Tatsache, dass dieser Traum bereits bei der Suche nach einer passenden Immobilie immer mehr zum Alptraum mutiert. Ich komme mir mittlerweile vor als wäre ich mittendrin in einer nicht enden wollenden Folge von „Der Pinky und der Brain“, ist vielleicht bekannt, diese Serie von zwei Labormäusen, die am Anfang und am Ende jeder Folge immer den gleichen Dialog führen:
Pinky: „Brain, was machen wir denn heute Abend?“
Brain: „Das, was wir jeden Abend machen: wir versuchen, die Weltherrschaft an uns zu reißen!“

Bei meinem Mann und mir klingt das dann ungefähr so:
Er: „Schatz, was machen wir denn an diesem Wochenende?“
Ich: „Das, was wir jedes Wochenende (seit gefühlt 150 Monaten) machen: wir schauen uns Grundstücke und Bauprojekte an.“

Und so ist es dann auch. Jeden Samstag, den Gott werden läßt, fahren wir wie die Bekloppten durch die Gegend, von Stadtteil zu Stadtteil, von Baugrube zu Baugrube, von Makler-Container zu Makler-Container, nur um am Abend völlig ermattet auf die Couch zu sinken und zugeben zu müssen, dass das mal wieder alles nur Murks war.

Völlig sinnbefreite, total verschnittene Grundrisse, Häuser mit geplanten Terrassen und Gartenstücken direkt an der Hauptverkehrsstraße (urban und doch ruhig gelegen, harhar!), Flugzeuge, die im Drei-Minuten-Takt über die Köpfe hinweg fliegen (aber in parkähnlicher Umgebung, wie schön!), desinteressierte arrogante Maklerschnösel, die für 6,25% Courtage nicht wirklich aktiv werden und schon genervt sind, wenn man zum zweiten Mal anruft und eine Frage hat, emsige Verkäufer von Bauträgern, die einem das Blaue vom Himmel herunter fabulieren und dabei so ein, zwei kleine und unbedeutende Details einfach mal unter den Tisch fallen lassen und nur auf penetrante Nachfrage widerwillig preisgeben, (hm, also in dieser ruhigen Anlage ist nichts mehr frei, aber ich hätte da noch ein schönes Haus direkt neben der Landebahn, wollte Sie da nicht mit Details belästigen, unterschreiben Sie doch einfach hier…), Grundstücks-Reservierungsgebühren in Höhe eines Bruttoeinkommens und so weiter und so fort. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen, dies sind nur die Highlights.

Der potenzielle Käufer ist doof, er nervt, er stellt überflüssige Fragen, dabei soll er doch einfach nur schnell unterzeichnen und dann subito die Kohle für das moderne Architektenhaus mit dem originellen Grundriss und dem praktischen gepflasterten Garten in urbaner Lage zwischen Autobahnzubringer und Einflugschneise rüber schieben. Denn nur so kommen der desinteressierte Makler und der emsige Vertriebler zu ihrer verdienten und ja nun wirklich hart erarbeiteten Provision.

So langsam verliere ich die Lust an dem Projekt Eigenheim und da kann mir der blöde Wüstenrot-Fuchs erzählen was er will: schnell kommt hier niemand in die eigene vier Wände, zumindest nicht, wenn er etwas Verstand und einen klaren Blick für die Realität hat.

Aber gut, man kann sich ein Haus natürlich auch schön saufen.

Sonntag, 14. August 2011

Warum?

Manchmal sitze ich so da und dann gehen mir viele Fragen durch den Kopf. Nicht so sehr nach dem Sinn des Lebens, mehr so Fragen wie diese hier:

Warum muss es Remakes von Filmen wie Dirty Dancing und Footloose geben? Warum muss es zweite Teile von Filmen geben, wo einer eigentlich schon völlig gereicht hat?

Warum müssen alle guten Songs aus den 80er Jahren bis zur Unkenntlichkeit gecovert und gesampelt werden?

Warum werden gute Serien im Fernsehen einfach abgesetzt und der Schrott läuft bis in die Unendlichkeit weiter?

Warum laufen gute Fernseh-Formate, in denen es ausnahmsweise mal um was anderes geht als um das Leben und die Probleme der Hartz 4-Empfänger-Familie von nebenan (Mist, meine Prepaid-Karte ist schon wieder alle und die Kippen auch) immer zu Zeiten, wo jeder normale Mensch bereits schläft?

Warum gibt es von Autos wie einem Volvo oder einem Golf / Polo immer auch eine völlig sinnlose Country-Version? Und warum werden die meisten SUV’s und Geländewagen von Hausfrauen in Kleinstädten gefahren?

Warum funktioniert bei Luxuslimousinen wie Mercedes, Audi oder BMW nie der Blinker (zumindest habe ich noch nie einen Wagen dieser Marke beim Spurwechsel oder Abbiegen blinken sehen)?

Warum fahren Leute wie die Idioten, sobald sie die Grenze ihrer Heimatstadt überschritten haben?

Warum kapieren die meisten Autofahrer das Reissverschluss-Prinzip nicht, ebenso wenig wie den Sinn und Zweck eines Zebrastreifens?

Warum hat der Bus immer dann Verspätung, wenn man selbst spät dran ist, in vermeintlich letzter Sekunde an der Haltestelle angehechelt kommt und es sowieso eilig hat?

Warum regnet es immer am Wochenende und pünktlich am Montagmorgen scheint die Sonne?

Warum kommen aus den Geldautomaten immer nur 50€-Scheine, mit denen man dann in den nächsten Laden muss, in dem einen garantiert die Kassiererin böse anguckt und barsch „Kleiner hamses nich?“ fragt?

So viele Fragen… Sollte irgendjemand eine Antwort haben, immer her damit!

Mittwoch, 22. Juni 2011

Der härteste Job der Welt

Ich habe den härtesten Job der Welt. Ach, werden regelmäßige D-MAX-Seher jetzt sagen, Du bist Fischer in der Behringsee?
Nein. Ich bin Mutter eines Kleinkindes und dagegen ist so’n bißchen angeln in der Behringsee echt Kinderfasching.

Ich schlafe nicht mehr gut, seit ich im 6. Monat war. Das liegt mittlerweile nur noch bedingt an meinem Kind, das eigentlich meistens durchschläft. Aber ich bin durch die Mutterschaft so programmiert, dass ich vom leisesten Seufzer wach werde, sofort voll da bin und dann für Stunden nicht mehr einschlafen kann. Nicht die beste Voraussetzung, um dem Alltag mit einem Kleinkind zu begegnen.

Vormittags versuche ich in der Regel zu arbeiten. Gelingt natürlich nur dann, wenn mein Kind aus dem Virenmutterschiff (im allgemeinen Sprachgebrauch auch Kita genannt) grad mal keinen neuen, mutierten Virus mitgebracht hat. Ansonsten bin ich dann erst mal Krankenschwester und Entertainerin.

Normalerweise beginnt mein Job als Animateuse aber erst am Nachmittag, wenn das Kind aus Kita kommt. Zwischenzeitlich habe ich mir dann noch mit Chauffeurdiensten die Zeit vertrieben, denn die Kita ist am anderen Ende der Stadt.

Kind ist also wieder daheim und Mutti muss sich ein tolles Spaßprogramm überlegen, denn alleine im Kinderzimmer zu sitzen und mal ein Bilderbuch anzuschauen oder mit den eine Milliarden Autos oder Legosteinen zu spielen, ist einfach zu öde.
Und wehe, das Unterhaltungsprogramm entspricht nicht den Vorstellungen meines kleinen Despoten. Ha, dann kann er aber sehr ungemütlich werden, ebenso, wie wenn die nachmittäglichen Snacks nicht seinen Geschmack treffen.

An einem relativ guten Nachmittag scheint die Sonne und wir treffen Freunde mit Kindern im Alter meines Sohnes. An schlechten Nachmittagen (so wie heute) hat mein Kind nicht ausgeschlafen und es regnet junge Hunde. Diese Nachmittage enden in der Regel in Tränen (von mir, nicht von meinem Sohn).

Nächste Herausforderung ist dann das Abendessen. Auch hier lauert eine Vielzahl von Tretmienen, in die ich trotz einiger Routine und Übung doch immer wieder hinein tappe: das falsche Brot, die falsche Wurst, überhaupt, das falsche Lebensmittelangebot (Stulle statt Nudeln). Hätte ich im Job jemals einen so launenhaften, pingeligen, anspruchsvollen Chef gehabt, ich hätte vermutlich fristlos gekündigt.

Irgendwann kommt dann der Kindsvater nach Hause, übernimmt den kleinen Prinzen und ich habe tatsächlich Schichtende. Wohl bemerkt, Schichtende, nicht Feierabend. Denn nun gilt es, dass zu erledigen, was tagsüber liegen geblieben ist: Wäsche, Geschirr, schmutzige Badezimmer und derlei kurzweilige Dinge mehr. Und wenn ich dann noch geistige Kapazitäten frei habe, arbeite ich noch ein bisschen was.

Sprich, ich habe gar nicht nur einen Job, ich habe drei. Morgens bin ich Beraterin und Coach, nachmittags Mutter und Animateuse und abends Hausfrau. Bleibt die Frage, wann ich mal ich bin…

Freitag, 10. Juni 2011

Die Trotzphase – mittendrin statt nur dabei

Mein Sohn ist jetzt zwei Jahre und drei Monate alt und wir befinden uns mitten in der Hölle, die von Erziehungswissenschaftlern gemeinhin als Trotzphase bezeichnet wird.
Das Kind entdeckt seinen eigenen Willen und sich selbst als eigenständige Person und bemerkt, dass es durchaus andere Dinge will bzw. nicht will als seine Erziehungsberechtigen.

Das ist schön, nein, wirklich, das ist echt toll. Die Kinder sprechen jetzt schon ganz ordentlich und man sieht, wie sie langsam zu kleinen Persönlichkeiten werden. DAS IST WIRKLICH TOLL!!!

Nicht so toll sind die Begleiterscheinungen der Trotzphase. Das Lieblingswort meines Sohnes ist derzeit „Nein“ und sein Lieblingsspiel heißt „Ignorieren, was Mama sagt“.
Gleichzeitig möchte er sich aber am liebsten an meinen Oberschenkel tackern und weigert sich derzeit strikt mit jemand anderem als mit mir zusammen zu sein. Das bedeutet, ich komme tagtäglich in den vollen Genuss seiner Bestrebungen nach Eigenständigkeit.

Wegen allem und nichts bekommt er wahlweise Wut- bzw. hysterische Anfälle, in deren Zuge er alle erreichbaren Gegenstände durch die Gegend wirft.
Ich komme mir manchmal schon vor wie die Sekretärin eines cholerischen Chefs, die morgens einen zaghaften Blick auf ihren Vorgesetzten wirft, um seine Laune abzuschätzen.
Wobei das eigentlich sinnlos ist, denn selbst wenn mein Sohn morgens noch gut drauf ist, so endet dies spätestens dann, wenn ich irgendetwas Unsägliches von ihm will, z.B. ihn wickeln, anziehen und seine Zähne putzen und dies, wo er doch eigentlich gerade mit seinen Autos spielt oder versucht, das Runde durch’s Eckige zu würgen (was nicht klappt und in Regel einen neuerlichen Wutausbruch zur Folge hat…).

Natürlich weiß ich, dass dies zum Großwerden eines Kindes dazu gehört und vermutlich nur eine vereinfachte Vorübung für die Pubertät ist. Und ich übe mich wirklich in Geduld, ertrage zornbedingtes Kneifen, Hauen und Beißen. Aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich derzeit drei Kreuze mache, wenn er irgendwann gegen 20 Uhr im Bett liegt und selig schlummert.

Mittwoch, 8. Juni 2011

Von der Schwierigkeit, ein besserer Mensch zu sein

Der beste aller Ehemänner hat gestern ein Interview mit Hannes Jänicke gehört.
Hannes Jänicke kennen Sie nicht? Ist ein relativ attraktiver Schauspieler mit regelmäßigen Fernsehauftritten.

Hannes Jänicke hat nun in diesem Interview völlig zurecht angeprangert, dass PET-Flaschen eine riesen Umweltsauerei sind, da sie nach Rückgabe nur gehäckselt und verbrannt werden. Pfui de bäh, sind nur einmal nützlich und verpesten dann die Luft. Keine Frage, ich stimme Hannes Jänicke vorbehaltlos zu.

Und wie es sich für einen lösungsorientierten umweltbewussten Menschen gehört, hat Hannes Jänicke nicht nur angeprangert, sondern hatte auch eine Lösung parat und zwar diese Soda Stream-Geräte, die es auf dem Markt gibt und die aus einfachem Leitungswasser im Nu herrlich sprudelndes Mineralwasser zaubern. Großartige Lösung, fand auch der beste aller Ehemänner.

Nun ist es aber ja mit dem Leitungswasser ortsbezogen so eine Sache. Hier in Hamburg ist ordentlich Kalk drin (da hilft selbst Calgon nur bedingt und wir alle kämpfen mit dem gemeingefährlichen Lochfraß) und auch sonst weiß man nicht so genau, was da alles so drin rum diffundiert. Also hat man irgendwie ein besseres Gefühl, wenn man das Wasser vor der Zugabe von Kohlensäure im Soda Stream schnell noch durch einen handelsüblichen Wasserfilter rauschen läßt.

Sprich, ich habe also noch zwei Geräte mehr in der Küche. Dies ist für Hannes Jänicke kein Problem, denn ich vermute mal, dass er über eine außerordentlich geräumige Küche mit vielen, vielen Schränken und einer Menge Stauraum verfügt. Vielleicht sogar mit einer Abstellkammer...

Ganz im Gegensatz zu mir. Ich verfüge über eine Küche Marke "schmaler Schlauch", in der sich nur dann zu mehreren aufhalten kann, wenn man nicht klaustrophobisch veranlagt ist und die schrankmäßig auch eher bescheiden ausgestattet ist.
Größere Kochprojekte und neue Küchengeräte werden hier schnell zu organisatorischen und logistischen Herausforderungen. Der Kauf eines neuen Waffeleisens neulich ließ mich kurzfristig über Umzug nachdenken...

Natürlich wäre ich gerne, wie alle vermutlich, ein besserer Mensch. Einer, der wenig Ressourcen verbraucht und am besten gar keine verschwendet. Einer, der sein Getreide für Brot und Müsli selbst in seiner Getreidemühle mahlt und dann mit gefiltertem Leitungswasser im Brotbackautotmat zu köstlichem Brot verarbeitet. Einer, der seine Wäsche niemals im Trockner trocknet sondern immer nur draußen oder in der Wohnung (ist ja auch viel besser für's Raumklima).

Ja, so ein Mensch wäre ich gerne. Ich bräuchte dazu nur die geräumige Küche von Hannes Jänicke und seine Haushaltshilfe, denn neben Arbeit und Kinderbespaßung habe ich für das zeitraubende Wäscheaufhängen manchmal einfach keine freie Kapazität mehr.

Samstag, 28. Mai 2011

Manchmal muss es eben Kitsch sein…

Meine Fernsehzeitung gibt mir immer Tipps, was es sich im Fernsehen anzusehen lohnt. Mit Daumen rauf, Daumen in der Mitte und Daumen runter sowie aussagekräftigen Kommentaren bekomme ich Empfehlungen, wie ich meine Freizeit optimal verbringen kann.

Neulich habe ich mir einen Film angesehen, der von meiner Fernsehzeitung die Bewertung „Daumen in der Mitte“ bekam und den Kommentar „Bietet wenig Überraschungen“.
Der Film war entspannend, nett und kurzweilig. Und da frage ich mich, ist es denn wirklich so schlimm, wenn ein Unterhaltungsfilm mal total vorhersehbar ist? Wenn es sich um eine Liebesgeschichte handelt, mit ein paar Komplikationen und am Ende kriegen sie sich?

Ich finde nicht. Ich finde, es muss nicht immer die hochanspruchsvolle Literaturverfilmung , der psychologisch ausgefeilte Krimi sein (bei dem ich in der Regel irgendwann den Faden verliere, weil ich meistens gegen halb neun so müde bin, dass es grad noch für eine Folge Denver-Clan reicht…) oder die auf Tatsachen beruhende dramatische Sozialstudie sein.
Um acht Uhr Abends bekommt man auf den öffentlich-rechtlichen Programmen jeden Tag genügend äußert ernste Meldungen aus Afghanistan, Lybien und Japan geliefert, da darf es in meinen Augen um viertel nach acht dann auch gerne mal was Seichtes sein.

Warum schauen sich denn Millionen von Menschen die Hochzeit zwischen einer britischen Bürgerlichen (wenn auch Millionärstochter) und dem britischen Kronprinzen an? Warum zerdrücken die Menschen eine Träne, wenn ein ehemaliger Fitness-Trainer (ebenfalls bürgerlich, klar…) der schwedischen Kronprinzessin vor zig königlichen Gästen und vielen Kameras sagt, dass er sie liebt? Und wie kam es zu den gewaltigen Einschaltquoten am Sonntag gegen 19 Uhr, wenn ein smarter junger Mann 60 Minuten lang beweist, dass nur die Liebe zählt?

Weil man das ab und zu braucht! Ab und zu braucht man die Tatsache, dass die Bürgerliche den Prinzen bekommt und mit ihm glücklich wird, ab und zu möchte man Geschichten von Menschen hören, die sich miteinder durch eine schwierige Zeit gekämpft haben und dabei zusammen gewachsen sind und nicht mittlerweile getrennte Wege gehen. Ab und zu braucht man mal für eine Stunde, einen Abend oder einen Tag Romantik, heile Welt, Kitsch. Dann erträgt man auch wieder die wenig erbaulichen Nachrichten aus Syrien, dem Libanon und diversen schwarz-afrikanischen Staaten.

Mittwoch, 25. Mai 2011

Wenn ich kein Kind hätte...

Wenn ich kein Kind hätte, hätte ich meinen alten Job noch, wäre erfolgreich und würde einen Haufen Geld verdienen.

Wenn ich kein Kind hätte, könnte ich jeden Abend ausgehen, mit meinem Liebsten oder auch allein, bis in die Puppen wegbleiben und am nächsten Morgen ausschlafen.

Wenn ich kein Kind hätte, könnte ich jede Menge Geld für Klamotten, Schuhe und Essen gehen ausgeben und hätte trotzdem noch genug, um was für später zurückzulegen.

Wenn ich kein Kind hätte, könnte ich so wie früher dreimal im Jahr in Urlaub fahren, an exotische Orte und mir dort alles anschauen, was mich interessiert und nicht nur die örtlichen Spielplätze. Ich könnte den ganzen Tag rumgondeln ohne Rücksicht auf kindliche Mittagsruhe oder Gequengel, weil’s grad langweilig ist, würde im Café an der Mole sitzen und einen Cortado trinken. Ich könnte abends schick essen gehen und danach mit einem Glas Wein die Füße in den sonnenwarmen Sand bohren.

Wenn ich kein Kind hätte.

Wenn ich kein Kind hätte, würde ich vermutlich im Schanzenviertel und bei IKEA angesichts der ganzen Schwangeren und Familien mit Kindern die Krise bekommen.

Wenn ich kein Kind hätte, würde ich mein Leben trotz beruflichem Erfolg, tollen Klamotten und Füßen im sonnenwarmen Sand vermutlich leer und bedeutungslos finden und mich abends in den Bars und Clubs fragen, wie lange ich das eigentlich noch machen muss und wie ich einen Hauch von Sinn in mein kümmerliches Leben bekommen soll.

Wenn ich kein Kind hätte, hätte ich mein altes Leben noch – und wäre todunglücklich.

Montag, 23. Mai 2011

Einfach mal die Klappe halten!

Während meines Psychologiestudiums gab es ein geflügeltes Wort, welches man sich immer wieder gerne um die Ohren gehauen hat: Ratschläge sind auch Schläge.
Sprich, auch gut gemeinte Tipps können nicht immer gut ankommen.

Im Moment mache ich gerade die Erfahrung, dass dieses geflügelte Wort irgendwie immer noch Relevanz hat. Wie ich ja schon einmal in einem Posting erwähnte, ist Kindererziehung nicht immer einfach. Der kleine Mensch, der da bei uns wohnt, entwickelt mit zunehmendem Alter auch seine eigene Persönlichkeit (Gott sei Dank!) und hat eigene Vorstellungen und Ziele, die nicht zwingend mit unseren übereinstimmen müssen.

Also kracht es ab und zu gewaltig. Wenn das passiert, fühle ich mich sowieso schon immer mies, erstens, weil ich mich nicht gern streite und zweitens, weil ich leider nicht immer so cool und souverän bin wie ich es gerne wäre (denn schließlich ist mein Konfliktpartner gerade mal zwei Jahre alt…).

Was ich in solchen Situationen dann irgendwie gar nicht brauchen kann, sind die Ratschläge von wohlmeinenden Müttern, Schwiegermüttern, Freundinnen, Spielplatz-Muttis und so weiter und so fort. Mich interessiert in so einem Fall nicht im Geringsten, wie jemand anders gerade meinen Erziehungsstil beurteilt und was er oder sie hier optimalerweise tun würde. Und ich möchte auch nicht wissen, was die Juhls, die Montessoris, die Steiners und die Winterhoffs dieser Welt als Handlungsvorschlag empfehlen würden.

In solchen Situationen hilft es am meisten, wenn sich alle nicht direkt Beteiligten einfach raushalten und hinterher mal einer sagt: „Mach’ Dir nichts draus, ist nicht schlimm, bei uns geht’s auch manchmal so zu.“

Natürlich frage ich um Rat, wenn ich nicht weiter weiß. Aber dann frage ich zum Beispiel die Erzieherinnen in der Kita, denn die kennen mein Kind gut und haben Ahnung von Pädagogik. Und wenn ich frage, kann ich Ratschläge auch gut annehmen. Ich will nur einfach nicht ungefragt „beratschlagt“ werden. Allgemeingültige Ratschläge aus irgendwelchen schlauen Erziehungsbüchern bringen mich nicht weiter, wenn mein kleiner Wutwichtel brüllend auf dem Boden liegt oder mich mit einem Kauknochen verwechselt.

In solchen Situationen denke ich oft an den schönen Spruch von Dieter Nuhr: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Klappe halten.

Sonntag, 1. Mai 2011

Von der mütterlichen Unfähigkeit zu entspannen

Sonntagmorgen, 10 Uhr. Herrlicher Sonnenschein, blauer Himmel, der gemütliche Balkon lädt zum Genuss einer schönen Tasse Kaffee in der Sonne ein.

Mann und Kind verabschieden sich auf den nahegelegenen Spielplatz und werden nicht vor 12 Uhr zurück erwartet.

Mütterliches Durchschnaufen. Jetzt schnell den Kaffee zubereitet… Aber Moment, was müffelt denn da so? Ups, der Müll. Hm, der müsste runter gebracht werden… Ok, erst mal den Kaffeevollautomaten vorheizen, dann flott den Müll runter gebracht, dann Kaffee.

Müllentsorgung vollbracht, wieder oben angekommen, befindet sich die unvorsichtigerweise einige Zeit zuvor voll beladene Waschmaschine im Schleudergang. Na ja, gut, eben noch die Wäsche aufgehängt. Ach ja, und das Bett müsste ja noch gemacht werden, wie sieht denn das sonst aus am heiligen Sonntag!

Ach herrje, die Spülmaschine streikt. Alles voller Schaum, das rote Lämpchen „Zufluss-/Abfluss“ leuchtet. Mist, was ist das denn jetzt? Bisschen sinnlos im Schaum rumgewühlt, bäh, eklig, Maschine schnell wieder zu, soll der Göttergatte mal gucken, wenn er wieder da ist.

Jetzt aber wirklich Kaffee gekocht und dann nix wie raus in die Sonne. Ach, meine Mails könnte ich ja schnell noch checken. Eieiei, Freundin Sabine mailt zum X. ten Mal, immer keine Zeit zum Antworten gefunden, sie klingt jetzt schon etwas angefressen. Gut, Kaffee und Balkon müssen zwecks dringend erforderlicher Sozialkontaktpflege eben noch fünf Minuten warten.

Was ist das denn??? Die Rechnung, die da gerade per Mail vom Mobilfunkanbieter gekommen ist, ist ja viel zu hoch! Was haben die denn wieder verbockt? Ahrggh, Ärger, da rufe ich jetzt aber sofort an, die hamse ja wohl nicht alle.
Düdeldüdeldü, ab in die Warteschleife. Mist, da hätte ich mir ja auch noch schnell einen Kaffee… „Deutsche Telekom mein Name ist Schnippkoweit, was kann ich für Sie tun?“
Problem geschildert, Unmut geäußert, noch mal 20 Minuten gewartet, noch mal mit einem anderen Servicemitarbeiter diskutiert, mit Brief an die BILD-Zeitung gedroht, schließlich eine Gutschrift zugesagt bekommen.

Endlich, fertig. Nun aber der Kaffee und die Sonne… Die Haustür geht, ein fröhliches Kinderlachen ertönt und eine männliche Stimme sagt: „Hallo, da sind wir wieder, wann gibt’s Mittagessen?“

Wieso sind die denn schon zurück, es ist doch erst – Blick auf die Uhr – ach so, schon 12 Uhr…

Großer Seufzer, soviel zum Thema eine schöne Tasse Kaffee in der Sonne auf dem gemütlichen Balkon genießen. Na ja, vielleicht nächsten Sonntag. Wenn’s nicht regnet.

Sonntag, 10. April 2011

Das sind Dinge, von denen ich gar nichts wissen will

Vor ein paar Tagen im Urlaub war ich an einem schönen Strand. Ein bisschen dünig, etwas begrünt, viele geschützte Ecken. Und viele Menschen, die die Gelegenheit ergriffen und sich ihrer gesamten Kleidung entledigt hatten.

Nun ist es ja aber leider so, dass sich zumeist die Menschen mal so spontan ohne alles zeigen, die es sich eigentlich am wenigstens leisten können.
Sprich, der leckere Surfer-Typ, der hier, Surfshorts knapp auf den Hüften sitzend, vorbei schlenderte, machte keinerlei Anstalten, blank zu ziehen. Dafür ließ mich aber der spiddelige Bleichling, Typ Geschichtslehrer, sehr bereitwillig daran teilhaben, an welchen Körperteilen er sich überall einen Sonnenbrand geholt hat.

Ich sah Frauen mit ausladenden Formen wie Gina Lollobridgida, die ungefähr zur selben Zeit, wo diese auf dem Zenit ihrer Karriere war, mal straff waren. Ich sah Männerpopos, die mich an die runzeligen Kartoffeln erinnern, die ich hier abends so gerne mit rotem und grünem Mojo zu meinem frisch gegrillten Fisch esse. Sprich, ich sah Dinge, von denen ich gar nichts wissen will.
Dann guck’ nicht hin, sagte der beste aller Ehemänner. Hmpf, dazu hätte ich an diesem Strand die Augen permanent geschlossen halten müssen, denn sie waren einfach überall, die locker-flockigen Nudisten.

Nicht, dass das jetzt falsch rüber kommt. Ich bin selbst keine 20 mehr, habe aufgrund meiner Leidenschaft für gutes Essen und Gummibärchen ein paar Kilos zuviel auf den Rippen und lerne so langsam zu akzeptieren, dass die Schwerkraft irgendwann siegen wird. Aber dass muss ich doch nicht auf einem Silbertablett vor mir hertragen! Da kann man doch den Mantel der Liebe drüber legen – oder zumindest einen gut geschnittenen Badeanzug.

Aber es zeigt sich jedes Jahr wieder, sobald die Temperaturen in den zweistelligen Bereich steigen, andere sehen das anders. Da kommen Füße an Licht und Luft, die sich lieber schnell wieder in ihre dunklen, wolligen Höhlen zurückziehen sollten und da werden Formen ins vermeintlich rechte Licht gerückt, bei denen man sich wünschen würde, Verpackungskünstler Christo würde mal eben schnell Hand anlegen.

Na ja, jeder so, wie er mag und, um mit Ina Müller zu sprechen, irgendwann geht ja jeder Frühling und Sommer mal vorbei.

Samstag, 19. März 2011

Kinder kriegen ist nicht schwer, sie zu erziehen, leider sehr…

Liest man die gängigen Erziehungsratgeber, steht dort im Grunde immer wieder dasselbe: Setzen Sie Ihrem Kind Grenzen, das braucht es für seine soziale Entwicklung. Seien Sie liebevoll aber bestimmt und haben Sie Geduld und Verständnis für die Gefühle des Kindes.
Man soll versuchen, Trotz- und Wutanfälle zu besänftigen, am Besten mit Worten wie „Hm, jetzt bist Du ganz schön wütend, was? Das verstehe ich gut, aber...“ (und dann folgt, was eben nicht geht oder dass es jetzt keine Kekse gibt und auch keine weitere Folge vom „Kleinen roten Traktor“.)

Leider arbeiten unsere kleinen Trotzköpfe und Wutwichtel aber nicht mit fairen Methoden. Wer einmal erlebt hat, wie sich sein zweijähriges Kind ungeachtet von Ort und anwesendem Publikum wutbrüllend und krebsrot im Gesicht auf den Boden schmeißt und vor lauter Schreien und Heulen schon keine Luft mehr bekommt, wer die pikierten Blicke der anderen Supermarktbesucher / Gäste / Bahnfahrer mitbekommen hat und eventuell von einer 75jährigen Oma schnell noch einen guten Ratschlag erhalten hat, um den kleinen Hysteriker zu beruhigen, der braucht Valium, runtergespült mit Wodka, um ruhig, geduldig sowie liebevoll aber bestimmt zu bleiben und Verständnis für die Gefühle seines Kindes aufzubringen. Ansonsten wird er sich, wie in dem einem Werbespot, analog zu seinem Kind auch auf den Boden werfen und brüllen.

Grenzen ziehen ist wichtig. Gar keine Frage. Aber wenn an meinem Ohr eine Sirene mit der Dezibelzahl eines startenden Düsenjets heult, dann habe ich manchmal schon die Tendenz, einzuknicken und mein Kind eben nur Wurst zum Abendbrot essen zu lassen oder ihm heute die Zähne mal nicht zu putzen. Verwerflich, ich weiß. Weit entfernt von ausgewogener Ernährung und angemessener Körperpflege.

Aber wie gesagt, die Zwerge arbeiten mit unfairen Methoden.

Sonntag, 13. März 2011

Produkte mit unklarer Werbebotschaft

Seit einiger Zeit gibt es ja nun Coca Cola Zero, eine Cola ohne Zucker, die wohl als Pendant zur Coca Cola Light für die Zielgruppe der Kerle entwickelt wurde. Neben der Zuckerfreiheit haben beide Produkte noch die Gemeinsamkeit, derzeit mit Werbekampagnen präsentiert zu werden, die irgendwie eine unklare Botschaft haben.

Coca Cola Light hat ja als Zielgruppe uns Mädels und wollte uns bisher immer mit lecker Kerlsche zum Kauf bewegen. Und auch wenn man wie ich süßstoffhaltige Getränke zum speien findet und eher Salpetersäure pur gegen den Durst trinken würde als auch nur einen einzigen Tropfen CCL, so waren doch die die Jungs mit den nackten Oberkörpern in den Werbespots immer irgendwie ein netter Anblick.

Neuerdings hopsen da aber nun so Marionetten zu dem 80er- Jahre-Brecher „Maniac“ von Michael Sambello durch’s Bild und da frage ich mich doch nun wirklich, was mir das sagen soll. Frauen sind nur Marionetten mit komischen Proportionen (Riesenkopf, dürrer Körper), die Befriedigung aus dem Genuß zuckerfreier Brause ziehen? Und das soll mich dann dazu bewegen, die widerliche Plörre zu kaufen? Hm.

Coca Cola Zero, wie gesagt die CCL-Variante für Männer, hat gerade unter anderem auch eine Plakataktion mit Sprüchen wie „Echter Geschmack und Zero Zucker – warum dann nicht auch ´ne Freundin mit Zero Drama?“ und „…´ne Freundin mit Zero „Wir müssen reden“.

Echte Kerle stehen eben nicht so auf Drama und „Wir müssen reden…“. Aber doch auch nicht auf zuckerfreie Cola! Den meisten Männern ist es doch so was von schnuppe, ob sie Getränke mit zuviel Zucker oder zuviel Prozenten zu sich nehmen und wie viel Fett in ihrer Fertigpizza ist.

Die Männer, die darauf achten, was sie essen und trinken und die sich mit Kalorienzählen und Nährwerttabellen auskennen, haben eher einen Freund als eine Freundin und mit dem vermutlich oftmals mehr Drama als mit jeder Frau.
Also wer soll sich denn da jetzt angesprochen fühlen??

Da lobe ich mir doch die traditionell gebliebende Waschmittelwerbung. Klare Werbebotschaft, klare Zielgruppenansprache: Frauen sprechen verliebt von ihrem Waschpulver und gut is’.
Da weiß man, was man hat. Guten Abend!

Freitag, 11. März 2011

Viren-Ping-Pong

Wir spielen hier bei uns in der Familie seit knapp einem Jahr ein total lustiges Spiel und das heißt Viren-Ping-Pong.

Kennt meines Erachtens jeder mit einem Kita-Kind und die Regeln sind auch ziemlich einfach: einer (meistens das Kita-Kind) bringt einen tollen neuen Virus mit, entweder einen Erkältungsvirus oder gar einen kleinen Grippevirus oder, auch gerne genommen, einen flotten Magen-Darm-Virus.

Der Virus-Einführer fängt an, ihm geht es zuerst mies. Kurz darauf sind dann die anderen Mitspieler (Mama, Papa, Oma, Opa…) dran. Einer nach dem anderen erliegt dem Virus und darf sich mit einer Krankheit ins Bett legen und aussetzen (außer den Mamas, für diese gelten Sonderegeln, sie müssen auch krank einfach weiter-“spielen“).
Irgendwann ist der Virus-Einführer dann wieder fit und dann geht es in die zweite Runde: entweder bekommt er den leicht mutierten Virus von einem der anderen Mitspieler zurück oder er bringt schlicht einen neuen mit und der ganze Spaß geht von vorne los.

Das Spiel kann über unzählige Runden gehen, Spielziel und –Ende ist der totale Zusammenbruch des Immunsystems.

Bei meinem Immunsystem habe ich derzeit den Eindruck, es hat seine Arbeit vollständig niedergelegt und ist in einen unbefristeten Warnstreik getreten, aufgrund von andauernder Arbeitsüberlastung und massig unbezahlten Überstunden. Etwaige Verhandlungen zur Wiederaufnahme der Arbeit scheitern derzeit im Ansatz und es wird über den Einsatz eines Schlichters nachgedacht…

Wir haben unseren Immunsystemen nun einen Kompromissvorschlag unterbreitet, nämlich 12 Tage Regenerationsphase bei 23° Grad und Sonnenschein auf einer Kanareninsel.
Wir hoffen sehr, hierdurch zu einer Einigung zu kommen, ansonsten ist ein Überleben der nächsten Monate fraglich…

Donnerstag, 3. März 2011

Ich bin ein Yoga-Versager…

Neulich abend stand ich zusammen mit ungefähr 30 anderen Leuten in einem ca. 40° Grad warmen, feuchten, dunklen und muffigen Raum und wartete auf den Beginn meiner ersten Bikram-Yoga-Stunde.

Beim Bikram-Yoga oder auch Hot Yoga werden die gleichen Asanas wie bei anderen Yoga-Schulen auch gemacht, nur eben bei hoher Raumtemperatur und einer nicht unerheblichen, schwitzbedingten Luftfeuchtigkeit.
Bikram-Yoga scheint derzeit höchst angesagt, die Studios sprießen wie Pilze aus dem (schweiss-) feuchten Boden und jeder, der was auf sich hält, legt jetzt bei 40° Grad das Bein hinter’s Ohr.

Alle finden’s irgendwie toll, der Göttergatte eingeschlossen. Er war es auch, der mich mit in den Schwitztempel geschleppt hat, da er der Meinung war, es würde mir bestimmt gefallen und ich sollte es unbedingt auch mal probieren. Und schwupps, da stand ich nun.

Vorweg sagte mir die Yoga-Lehrerin (durchtrainiert, braungebrannt, vermutlich strenge Veganerin), mein Ziel in dieser ersten Stunde sei es, den Raum nicht vorzeitig zu verlassen.
Hm, dachte ich, das müsste doch zu schaffen sein . War es auch, aber zum Ende hin wurde es hart, weniger wegen der Hitze als vielmehr wegen des gen null gehenden Sauerstoffgehalts in der nach drei Stunden Bikram-Yoga doch mehr als schweissgetränkten Luft. Ich glaube, solche migräne-artigen Kopfschmerzen hatte ich noch nach keiner durchzechten Nacht…

Kontemplation und Sammlung kann man beim Hot Yoga vergessen, da die Lehrerin (ich würde sie allerdings eher Drill Instructor nennen) 90 Minuten lang ohne Atempause auf ihre willigen Jünger eingeredet hat.

90 Minuten Dauerbeschallung plus Hitze plus schlimmerem Schweissgeruch als Sommers in der U-Bahn können verdammt lang sein. Als ich irgendwann aus dem Raum taumelte und bei einem der angebotenen Bio-Äpfel und einem Glas Minztee wieder zur Besinnung kam, wusste ich nicht, was mich mehr ärgerte: dass hier mal wieder von einem selbst benannten Guru eine neue Yoga-Sau durch’s Dorf getrieben wurde oder dass ich mal wieder der Meinung war, jeden Mist mitmachen zu müssen, obwohl ich eigentlich genau weiß, was mir gut tut.

Was ist eigentlich gegen das gute alte Hatha-Yoga einzuwenden??

Mittwoch, 2. März 2011

Warum kann's nicht perfekt sein?

Mein Leben ist derzeit nicht besonders originell. Eher eine Aneinanderreihung von gleichformigen, ereignislosen, grauen Tagen.

Wäre mein Leben ein Film oder eine Serie, ich hätte schon ab- bzw. weitergeschaltet. Unfassbar öde Handlung, schlecht gelaunte, muffelige, unmotivierte Darsteller, einfallslose Dialoge („Kannst Du in der Mittagspause einkaufen gehen?“ „Ja.“). Wäre vermutlich auch nach der ersten Folge gleich wieder eingestellt worden.

Es mag ja Leute geben, die Routine und Alltag mögen. Die eine gewisse Sicherheit und Stabilität aus immer gleichen Abläufen ziehen. Ich glaube, diese Leute arbeiten auch gerne bei der Telekom.

Es ist ja auch so im Leben, dass nie mal alles so richtig gut ist. Läuft es gut im Job, dann hat man in der Regel Knies mit dem Liebsten oder das Kind ist krank oder man hat Streit mit Freunden oder ist unglücklicher Single, den kein Schwein anruft. Und ist im Privaten mal alles Gold, dann kann man sicher sein, dass die biblischen Plagen im Vergleich zur eigenen Jobsituation Kinderfasching sind.

Und das ist dann wahrscheinlich auch der Grund, warum sich Paare und Familien im Urlaub bis auf's Messer streiten: alle denken, boah, jetzt is' Urlaub, jetzt ist alles knorke, Job weit weg und Liebster da, toll, jetzt ist's perfekt.
Und dann hat der Flieger gleich am Anfang Verspätung und die Unterkunft ist ohne Worte und der Strand ewig weit weg und total überfüllt und nix is' perfekt und im Grunde ist es wie zuhause, nur wärmer.

Aber irgendwie beisst man sich ja doch immer wieder durch und manchmal passieren ja auch schöne Dinge. Nur eben nicht in allen Bereich gleichzeitig...

Samstag, 26. Februar 2011

Von den Unterschieden beim Kinderweinen

Solange man noch keine Kinder hat, ist man der Meinung, Kinderweinen hört sich eigentlich immer gleich an. Und auch am Anfang, wenn der Zwerg gerade auf der Welt ist, ist es noch nicht so einfach, aus dem Heulen herauszuhören, was das Kleine nun gerade möchte.

Mit zunehmender Zeit der Elternschaft stellt man dann aber fest, dass Kinder nicht immer gleich brüllen. Es gibt da durchaus Unterschiede im Weinen und Quengeln.

Zum einen ist da das echte Weinen, welches auch von richtigen Tränen begleitet wird. Das findet meistens statt, wenn sich das Kind irgendwo wehgetan hat und dringend jemand zum pusten braucht. Bei dieser Art von Weinen sollte man auf jeden Fall die Kaffeetasse aus der Hand stellen und schnell nachschauen, was passiert ist. Meistens nichts dramatisches, aber sicher ist sicher.

Dann gibt es noch das jämmerliche Weinen. Diese Art von Weinen tritt auf, wenn das Kind krank ist und ist für Eltern am schwersten zu ertragen. Es ist wirklich ein ganz jämmerliches und leidendes Wehklagen, weil die Ohren weh tun oder der Bauch oder sonst irgendein gesundheitlich hoch unbefriedigender Zustand vorliegt. Pusten hilft hier nicht wirklich weiter, sprich, wenn alle medizinischen Gegenmaßnahmen eingeleitet sind, können Eltern nicht vielmehr machen außer trösten, kuscheln und festhalten.

Und dann gibt es noch das wütende Weinen. Diese Art von Weinen ist eher ein zorniges Gebrüll, welches in der Regel begleitet wird von irgendeinem Krachen, Rumpeln oder Knallen, ausgelöst durch Gegenstände, die im Wutanfall durch die Gegend geschmissen werden. Auslöser für das wütende Weinen ist meistens irgendetwas, was nicht so funktioniert, wie der kleine Wutwichtel es sich gerade vorstellt. Beim wütenden Weinen muss man nicht sofort alles stehen und liegen lassen und rennen, da kann man seinen Kaffee ruhig noch austrinken und dann mal schauen gehen, wo das Runde grad nicht durch’s Eckige passt.
Es sei denn, es ist mehr als ein Kind im Kinderzimmer und auf das zornige Weinen folgt das echte Weinen, dann ist es ratsam, sich gleich auf den Weg zu machen.

Mein Kind ist knapp zwei. Überflüssig zu sagen, welches Weinen bei uns gerade dominiert…

Dienstag, 15. Februar 2011

Der kleine Unterschied

Eine der Hauptpointen bei dem alljährlich an Silvester ausgestrahlten Sketch „Dinner for one“ ist das hartnäckige Stolpern von James, dem Butler, über den Kopf des am Boden liegenden Tigerfells. Nach einigen Stolperern und einigen alkoholischen Getränken schafft er es jedoch einmal, über den Tigerkopf hinweg zu hüpfen.

Daran musste ich neulich abend gerade denken. Mein Sohn hatte in der Küche (Marke langer schmaler Schlauch) mit den Wasserflaschen gespielt und sie dekorativ mitten in den Raum gestellt. Der Göttergatte war nun dort am werkeln und bereitete das Abendessen vor. Und er dachte nicht im Traum daran, die Flaschen aus dem Weg zu räumen. Nein, er ließ sie einfach dort stehen und bewegte sich geschickt an ihnen vorbei. Er stieß sie nicht um, nein, integrierte sie einfach in seine Bewegungsabläufe und den in der Küche zur Verfügung stehenden Platz.
Großes Tennis!

Geradezu lehrbuchartig stellen sich in dieser Situation die Unterschiede zwischen den Geschlechtern dar. Jede Frau würde die Flaschen aus dem Weg räumen. Nicht so der Mann. Ich glaube, das liegt an dem genetisch bedingten blinden Fleck, den Männer haben und der sich auch immer im Bezug auf Wollmäuse (die eigentlich schon Wollhamster, wenn nicht sogar Wollmeerschweinchen sind), Klamottenberge, verpilzte Waschbecken, leere Klorollen, leere Gläser auf dem Tisch, Unmengen von schmutzigem Geschirr in der Spüle, wie verrückt piepende Wäschetrockner, die signalisieren, dass sie fertig sind mit Wäschetrocknen und Socken vor dem Wäschepuff zeigt. Sie sehen es einfach nicht! Oder sie sehen es zwar, aber es dringt nicht in ihr Bewusstsein, dass ein zu verändernder Zustand vorliegt. Ergo, verändern sie auch nichts.

Das ist natürlich einigermaßen frustrierend für uns Frauen, aber sehen wir es doch mal so: es ist eine Art genetische Mutation und sie können nichts dafür. Also müssen wir sie immer wieder darauf hinweisen… Mühsam, ich weiß…
Aber deswegen gibt es ja so Tage wie den Muttertag oder den Valentinstag, wo uns die Männer mal zeigen können, wie froh und dankbar sie sind, uns zu haben! Gell?