Manchmal sitze ich so da und dann gehen mir viele Fragen durch den Kopf. Nicht so sehr nach dem Sinn des Lebens, mehr so Fragen wie diese hier:
Warum muss es Remakes von Filmen wie Dirty Dancing und Footloose geben? Warum muss es zweite Teile von Filmen geben, wo einer eigentlich schon völlig gereicht hat?
Warum müssen alle guten Songs aus den 80er Jahren bis zur Unkenntlichkeit gecovert und gesampelt werden?
Warum werden gute Serien im Fernsehen einfach abgesetzt und der Schrott läuft bis in die Unendlichkeit weiter?
Warum laufen gute Fernseh-Formate, in denen es ausnahmsweise mal um was anderes geht als um das Leben und die Probleme der Hartz 4-Empfänger-Familie von nebenan (Mist, meine Prepaid-Karte ist schon wieder alle und die Kippen auch) immer zu Zeiten, wo jeder normale Mensch bereits schläft?
Warum gibt es von Autos wie einem Volvo oder einem Golf / Polo immer auch eine völlig sinnlose Country-Version? Und warum werden die meisten SUV’s und Geländewagen von Hausfrauen in Kleinstädten gefahren?
Warum funktioniert bei Luxuslimousinen wie Mercedes, Audi oder BMW nie der Blinker (zumindest habe ich noch nie einen Wagen dieser Marke beim Spurwechsel oder Abbiegen blinken sehen)?
Warum fahren Leute wie die Idioten, sobald sie die Grenze ihrer Heimatstadt überschritten haben?
Warum kapieren die meisten Autofahrer das Reissverschluss-Prinzip nicht, ebenso wenig wie den Sinn und Zweck eines Zebrastreifens?
Warum hat der Bus immer dann Verspätung, wenn man selbst spät dran ist, in vermeintlich letzter Sekunde an der Haltestelle angehechelt kommt und es sowieso eilig hat?
Warum regnet es immer am Wochenende und pünktlich am Montagmorgen scheint die Sonne?
Warum kommen aus den Geldautomaten immer nur 50€-Scheine, mit denen man dann in den nächsten Laden muss, in dem einen garantiert die Kassiererin böse anguckt und barsch „Kleiner hamses nich?“ fragt?
So viele Fragen… Sollte irgendjemand eine Antwort haben, immer her damit!
Schön, dass Du vorbei schaust...
Hallo und herzlich Willkommen in meiner Welt!
Hier schreibe ich über die Dinge, die ich so erlebe, Lustiges, Kurioses, Ärgerliches... Über all das, was jedem von uns jeden Tag im Alltag widerfährt und wo man vielleicht denkt, wieso schreibt da eigentlich nicht mal einer drüber?
Was ich schreibe, kann man gut finden, muss man aber nicht. Kann man kommentieren, muss man aber nicht. Frei nach dem Motto: Alles geht, nichts muss.
In diesem Sinne: viel Spaß!
Deine Violet
Hier schreibe ich über die Dinge, die ich so erlebe, Lustiges, Kurioses, Ärgerliches... Über all das, was jedem von uns jeden Tag im Alltag widerfährt und wo man vielleicht denkt, wieso schreibt da eigentlich nicht mal einer drüber?
Was ich schreibe, kann man gut finden, muss man aber nicht. Kann man kommentieren, muss man aber nicht. Frei nach dem Motto: Alles geht, nichts muss.
In diesem Sinne: viel Spaß!
Deine Violet
Sonntag, 14. August 2011
Mittwoch, 22. Juni 2011
Der härteste Job der Welt
Ich habe den härtesten Job der Welt. Ach, werden regelmäßige D-MAX-Seher jetzt sagen, Du bist Fischer in der Behringsee?
Nein. Ich bin Mutter eines Kleinkindes und dagegen ist so’n bißchen angeln in der Behringsee echt Kinderfasching.
Ich schlafe nicht mehr gut, seit ich im 6. Monat war. Das liegt mittlerweile nur noch bedingt an meinem Kind, das eigentlich meistens durchschläft. Aber ich bin durch die Mutterschaft so programmiert, dass ich vom leisesten Seufzer wach werde, sofort voll da bin und dann für Stunden nicht mehr einschlafen kann. Nicht die beste Voraussetzung, um dem Alltag mit einem Kleinkind zu begegnen.
Vormittags versuche ich in der Regel zu arbeiten. Gelingt natürlich nur dann, wenn mein Kind aus dem Virenmutterschiff (im allgemeinen Sprachgebrauch auch Kita genannt) grad mal keinen neuen, mutierten Virus mitgebracht hat. Ansonsten bin ich dann erst mal Krankenschwester und Entertainerin.
Normalerweise beginnt mein Job als Animateuse aber erst am Nachmittag, wenn das Kind aus Kita kommt. Zwischenzeitlich habe ich mir dann noch mit Chauffeurdiensten die Zeit vertrieben, denn die Kita ist am anderen Ende der Stadt.
Kind ist also wieder daheim und Mutti muss sich ein tolles Spaßprogramm überlegen, denn alleine im Kinderzimmer zu sitzen und mal ein Bilderbuch anzuschauen oder mit den eine Milliarden Autos oder Legosteinen zu spielen, ist einfach zu öde.
Und wehe, das Unterhaltungsprogramm entspricht nicht den Vorstellungen meines kleinen Despoten. Ha, dann kann er aber sehr ungemütlich werden, ebenso, wie wenn die nachmittäglichen Snacks nicht seinen Geschmack treffen.
An einem relativ guten Nachmittag scheint die Sonne und wir treffen Freunde mit Kindern im Alter meines Sohnes. An schlechten Nachmittagen (so wie heute) hat mein Kind nicht ausgeschlafen und es regnet junge Hunde. Diese Nachmittage enden in der Regel in Tränen (von mir, nicht von meinem Sohn).
Nächste Herausforderung ist dann das Abendessen. Auch hier lauert eine Vielzahl von Tretmienen, in die ich trotz einiger Routine und Übung doch immer wieder hinein tappe: das falsche Brot, die falsche Wurst, überhaupt, das falsche Lebensmittelangebot (Stulle statt Nudeln). Hätte ich im Job jemals einen so launenhaften, pingeligen, anspruchsvollen Chef gehabt, ich hätte vermutlich fristlos gekündigt.
Irgendwann kommt dann der Kindsvater nach Hause, übernimmt den kleinen Prinzen und ich habe tatsächlich Schichtende. Wohl bemerkt, Schichtende, nicht Feierabend. Denn nun gilt es, dass zu erledigen, was tagsüber liegen geblieben ist: Wäsche, Geschirr, schmutzige Badezimmer und derlei kurzweilige Dinge mehr. Und wenn ich dann noch geistige Kapazitäten frei habe, arbeite ich noch ein bisschen was.
Sprich, ich habe gar nicht nur einen Job, ich habe drei. Morgens bin ich Beraterin und Coach, nachmittags Mutter und Animateuse und abends Hausfrau. Bleibt die Frage, wann ich mal ich bin…
Nein. Ich bin Mutter eines Kleinkindes und dagegen ist so’n bißchen angeln in der Behringsee echt Kinderfasching.
Ich schlafe nicht mehr gut, seit ich im 6. Monat war. Das liegt mittlerweile nur noch bedingt an meinem Kind, das eigentlich meistens durchschläft. Aber ich bin durch die Mutterschaft so programmiert, dass ich vom leisesten Seufzer wach werde, sofort voll da bin und dann für Stunden nicht mehr einschlafen kann. Nicht die beste Voraussetzung, um dem Alltag mit einem Kleinkind zu begegnen.
Vormittags versuche ich in der Regel zu arbeiten. Gelingt natürlich nur dann, wenn mein Kind aus dem Virenmutterschiff (im allgemeinen Sprachgebrauch auch Kita genannt) grad mal keinen neuen, mutierten Virus mitgebracht hat. Ansonsten bin ich dann erst mal Krankenschwester und Entertainerin.
Normalerweise beginnt mein Job als Animateuse aber erst am Nachmittag, wenn das Kind aus Kita kommt. Zwischenzeitlich habe ich mir dann noch mit Chauffeurdiensten die Zeit vertrieben, denn die Kita ist am anderen Ende der Stadt.
Kind ist also wieder daheim und Mutti muss sich ein tolles Spaßprogramm überlegen, denn alleine im Kinderzimmer zu sitzen und mal ein Bilderbuch anzuschauen oder mit den eine Milliarden Autos oder Legosteinen zu spielen, ist einfach zu öde.
Und wehe, das Unterhaltungsprogramm entspricht nicht den Vorstellungen meines kleinen Despoten. Ha, dann kann er aber sehr ungemütlich werden, ebenso, wie wenn die nachmittäglichen Snacks nicht seinen Geschmack treffen.
An einem relativ guten Nachmittag scheint die Sonne und wir treffen Freunde mit Kindern im Alter meines Sohnes. An schlechten Nachmittagen (so wie heute) hat mein Kind nicht ausgeschlafen und es regnet junge Hunde. Diese Nachmittage enden in der Regel in Tränen (von mir, nicht von meinem Sohn).
Nächste Herausforderung ist dann das Abendessen. Auch hier lauert eine Vielzahl von Tretmienen, in die ich trotz einiger Routine und Übung doch immer wieder hinein tappe: das falsche Brot, die falsche Wurst, überhaupt, das falsche Lebensmittelangebot (Stulle statt Nudeln). Hätte ich im Job jemals einen so launenhaften, pingeligen, anspruchsvollen Chef gehabt, ich hätte vermutlich fristlos gekündigt.
Irgendwann kommt dann der Kindsvater nach Hause, übernimmt den kleinen Prinzen und ich habe tatsächlich Schichtende. Wohl bemerkt, Schichtende, nicht Feierabend. Denn nun gilt es, dass zu erledigen, was tagsüber liegen geblieben ist: Wäsche, Geschirr, schmutzige Badezimmer und derlei kurzweilige Dinge mehr. Und wenn ich dann noch geistige Kapazitäten frei habe, arbeite ich noch ein bisschen was.
Sprich, ich habe gar nicht nur einen Job, ich habe drei. Morgens bin ich Beraterin und Coach, nachmittags Mutter und Animateuse und abends Hausfrau. Bleibt die Frage, wann ich mal ich bin…
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Freitag, 10. Juni 2011
Die Trotzphase – mittendrin statt nur dabei
Mein Sohn ist jetzt zwei Jahre und drei Monate alt und wir befinden uns mitten in der Hölle, die von Erziehungswissenschaftlern gemeinhin als Trotzphase bezeichnet wird.
Das Kind entdeckt seinen eigenen Willen und sich selbst als eigenständige Person und bemerkt, dass es durchaus andere Dinge will bzw. nicht will als seine Erziehungsberechtigen.
Das ist schön, nein, wirklich, das ist echt toll. Die Kinder sprechen jetzt schon ganz ordentlich und man sieht, wie sie langsam zu kleinen Persönlichkeiten werden. DAS IST WIRKLICH TOLL!!!
Nicht so toll sind die Begleiterscheinungen der Trotzphase. Das Lieblingswort meines Sohnes ist derzeit „Nein“ und sein Lieblingsspiel heißt „Ignorieren, was Mama sagt“.
Gleichzeitig möchte er sich aber am liebsten an meinen Oberschenkel tackern und weigert sich derzeit strikt mit jemand anderem als mit mir zusammen zu sein. Das bedeutet, ich komme tagtäglich in den vollen Genuss seiner Bestrebungen nach Eigenständigkeit.
Wegen allem und nichts bekommt er wahlweise Wut- bzw. hysterische Anfälle, in deren Zuge er alle erreichbaren Gegenstände durch die Gegend wirft.
Ich komme mir manchmal schon vor wie die Sekretärin eines cholerischen Chefs, die morgens einen zaghaften Blick auf ihren Vorgesetzten wirft, um seine Laune abzuschätzen.
Wobei das eigentlich sinnlos ist, denn selbst wenn mein Sohn morgens noch gut drauf ist, so endet dies spätestens dann, wenn ich irgendetwas Unsägliches von ihm will, z.B. ihn wickeln, anziehen und seine Zähne putzen und dies, wo er doch eigentlich gerade mit seinen Autos spielt oder versucht, das Runde durch’s Eckige zu würgen (was nicht klappt und in Regel einen neuerlichen Wutausbruch zur Folge hat…).
Natürlich weiß ich, dass dies zum Großwerden eines Kindes dazu gehört und vermutlich nur eine vereinfachte Vorübung für die Pubertät ist. Und ich übe mich wirklich in Geduld, ertrage zornbedingtes Kneifen, Hauen und Beißen. Aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich derzeit drei Kreuze mache, wenn er irgendwann gegen 20 Uhr im Bett liegt und selig schlummert.
Das Kind entdeckt seinen eigenen Willen und sich selbst als eigenständige Person und bemerkt, dass es durchaus andere Dinge will bzw. nicht will als seine Erziehungsberechtigen.
Das ist schön, nein, wirklich, das ist echt toll. Die Kinder sprechen jetzt schon ganz ordentlich und man sieht, wie sie langsam zu kleinen Persönlichkeiten werden. DAS IST WIRKLICH TOLL!!!
Nicht so toll sind die Begleiterscheinungen der Trotzphase. Das Lieblingswort meines Sohnes ist derzeit „Nein“ und sein Lieblingsspiel heißt „Ignorieren, was Mama sagt“.
Gleichzeitig möchte er sich aber am liebsten an meinen Oberschenkel tackern und weigert sich derzeit strikt mit jemand anderem als mit mir zusammen zu sein. Das bedeutet, ich komme tagtäglich in den vollen Genuss seiner Bestrebungen nach Eigenständigkeit.
Wegen allem und nichts bekommt er wahlweise Wut- bzw. hysterische Anfälle, in deren Zuge er alle erreichbaren Gegenstände durch die Gegend wirft.
Ich komme mir manchmal schon vor wie die Sekretärin eines cholerischen Chefs, die morgens einen zaghaften Blick auf ihren Vorgesetzten wirft, um seine Laune abzuschätzen.
Wobei das eigentlich sinnlos ist, denn selbst wenn mein Sohn morgens noch gut drauf ist, so endet dies spätestens dann, wenn ich irgendetwas Unsägliches von ihm will, z.B. ihn wickeln, anziehen und seine Zähne putzen und dies, wo er doch eigentlich gerade mit seinen Autos spielt oder versucht, das Runde durch’s Eckige zu würgen (was nicht klappt und in Regel einen neuerlichen Wutausbruch zur Folge hat…).
Natürlich weiß ich, dass dies zum Großwerden eines Kindes dazu gehört und vermutlich nur eine vereinfachte Vorübung für die Pubertät ist. Und ich übe mich wirklich in Geduld, ertrage zornbedingtes Kneifen, Hauen und Beißen. Aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich derzeit drei Kreuze mache, wenn er irgendwann gegen 20 Uhr im Bett liegt und selig schlummert.
Mittwoch, 8. Juni 2011
Von der Schwierigkeit, ein besserer Mensch zu sein
Der beste aller Ehemänner hat gestern ein Interview mit Hannes Jänicke gehört.
Hannes Jänicke kennen Sie nicht? Ist ein relativ attraktiver Schauspieler mit regelmäßigen Fernsehauftritten.
Hannes Jänicke hat nun in diesem Interview völlig zurecht angeprangert, dass PET-Flaschen eine riesen Umweltsauerei sind, da sie nach Rückgabe nur gehäckselt und verbrannt werden. Pfui de bäh, sind nur einmal nützlich und verpesten dann die Luft. Keine Frage, ich stimme Hannes Jänicke vorbehaltlos zu.
Und wie es sich für einen lösungsorientierten umweltbewussten Menschen gehört, hat Hannes Jänicke nicht nur angeprangert, sondern hatte auch eine Lösung parat und zwar diese Soda Stream-Geräte, die es auf dem Markt gibt und die aus einfachem Leitungswasser im Nu herrlich sprudelndes Mineralwasser zaubern. Großartige Lösung, fand auch der beste aller Ehemänner.
Nun ist es aber ja mit dem Leitungswasser ortsbezogen so eine Sache. Hier in Hamburg ist ordentlich Kalk drin (da hilft selbst Calgon nur bedingt und wir alle kämpfen mit dem gemeingefährlichen Lochfraß) und auch sonst weiß man nicht so genau, was da alles so drin rum diffundiert. Also hat man irgendwie ein besseres Gefühl, wenn man das Wasser vor der Zugabe von Kohlensäure im Soda Stream schnell noch durch einen handelsüblichen Wasserfilter rauschen läßt.
Sprich, ich habe also noch zwei Geräte mehr in der Küche. Dies ist für Hannes Jänicke kein Problem, denn ich vermute mal, dass er über eine außerordentlich geräumige Küche mit vielen, vielen Schränken und einer Menge Stauraum verfügt. Vielleicht sogar mit einer Abstellkammer...
Ganz im Gegensatz zu mir. Ich verfüge über eine Küche Marke "schmaler Schlauch", in der sich nur dann zu mehreren aufhalten kann, wenn man nicht klaustrophobisch veranlagt ist und die schrankmäßig auch eher bescheiden ausgestattet ist.
Größere Kochprojekte und neue Küchengeräte werden hier schnell zu organisatorischen und logistischen Herausforderungen. Der Kauf eines neuen Waffeleisens neulich ließ mich kurzfristig über Umzug nachdenken...
Natürlich wäre ich gerne, wie alle vermutlich, ein besserer Mensch. Einer, der wenig Ressourcen verbraucht und am besten gar keine verschwendet. Einer, der sein Getreide für Brot und Müsli selbst in seiner Getreidemühle mahlt und dann mit gefiltertem Leitungswasser im Brotbackautotmat zu köstlichem Brot verarbeitet. Einer, der seine Wäsche niemals im Trockner trocknet sondern immer nur draußen oder in der Wohnung (ist ja auch viel besser für's Raumklima).
Ja, so ein Mensch wäre ich gerne. Ich bräuchte dazu nur die geräumige Küche von Hannes Jänicke und seine Haushaltshilfe, denn neben Arbeit und Kinderbespaßung habe ich für das zeitraubende Wäscheaufhängen manchmal einfach keine freie Kapazität mehr.
Hannes Jänicke kennen Sie nicht? Ist ein relativ attraktiver Schauspieler mit regelmäßigen Fernsehauftritten.
Hannes Jänicke hat nun in diesem Interview völlig zurecht angeprangert, dass PET-Flaschen eine riesen Umweltsauerei sind, da sie nach Rückgabe nur gehäckselt und verbrannt werden. Pfui de bäh, sind nur einmal nützlich und verpesten dann die Luft. Keine Frage, ich stimme Hannes Jänicke vorbehaltlos zu.
Und wie es sich für einen lösungsorientierten umweltbewussten Menschen gehört, hat Hannes Jänicke nicht nur angeprangert, sondern hatte auch eine Lösung parat und zwar diese Soda Stream-Geräte, die es auf dem Markt gibt und die aus einfachem Leitungswasser im Nu herrlich sprudelndes Mineralwasser zaubern. Großartige Lösung, fand auch der beste aller Ehemänner.
Nun ist es aber ja mit dem Leitungswasser ortsbezogen so eine Sache. Hier in Hamburg ist ordentlich Kalk drin (da hilft selbst Calgon nur bedingt und wir alle kämpfen mit dem gemeingefährlichen Lochfraß) und auch sonst weiß man nicht so genau, was da alles so drin rum diffundiert. Also hat man irgendwie ein besseres Gefühl, wenn man das Wasser vor der Zugabe von Kohlensäure im Soda Stream schnell noch durch einen handelsüblichen Wasserfilter rauschen läßt.
Sprich, ich habe also noch zwei Geräte mehr in der Küche. Dies ist für Hannes Jänicke kein Problem, denn ich vermute mal, dass er über eine außerordentlich geräumige Küche mit vielen, vielen Schränken und einer Menge Stauraum verfügt. Vielleicht sogar mit einer Abstellkammer...
Ganz im Gegensatz zu mir. Ich verfüge über eine Küche Marke "schmaler Schlauch", in der sich nur dann zu mehreren aufhalten kann, wenn man nicht klaustrophobisch veranlagt ist und die schrankmäßig auch eher bescheiden ausgestattet ist.
Größere Kochprojekte und neue Küchengeräte werden hier schnell zu organisatorischen und logistischen Herausforderungen. Der Kauf eines neuen Waffeleisens neulich ließ mich kurzfristig über Umzug nachdenken...
Natürlich wäre ich gerne, wie alle vermutlich, ein besserer Mensch. Einer, der wenig Ressourcen verbraucht und am besten gar keine verschwendet. Einer, der sein Getreide für Brot und Müsli selbst in seiner Getreidemühle mahlt und dann mit gefiltertem Leitungswasser im Brotbackautotmat zu köstlichem Brot verarbeitet. Einer, der seine Wäsche niemals im Trockner trocknet sondern immer nur draußen oder in der Wohnung (ist ja auch viel besser für's Raumklima).
Ja, so ein Mensch wäre ich gerne. Ich bräuchte dazu nur die geräumige Küche von Hannes Jänicke und seine Haushaltshilfe, denn neben Arbeit und Kinderbespaßung habe ich für das zeitraubende Wäscheaufhängen manchmal einfach keine freie Kapazität mehr.
Samstag, 28. Mai 2011
Manchmal muss es eben Kitsch sein…
Meine Fernsehzeitung gibt mir immer Tipps, was es sich im Fernsehen anzusehen lohnt. Mit Daumen rauf, Daumen in der Mitte und Daumen runter sowie aussagekräftigen Kommentaren bekomme ich Empfehlungen, wie ich meine Freizeit optimal verbringen kann.
Neulich habe ich mir einen Film angesehen, der von meiner Fernsehzeitung die Bewertung „Daumen in der Mitte“ bekam und den Kommentar „Bietet wenig Überraschungen“.
Der Film war entspannend, nett und kurzweilig. Und da frage ich mich, ist es denn wirklich so schlimm, wenn ein Unterhaltungsfilm mal total vorhersehbar ist? Wenn es sich um eine Liebesgeschichte handelt, mit ein paar Komplikationen und am Ende kriegen sie sich?
Ich finde nicht. Ich finde, es muss nicht immer die hochanspruchsvolle Literaturverfilmung , der psychologisch ausgefeilte Krimi sein (bei dem ich in der Regel irgendwann den Faden verliere, weil ich meistens gegen halb neun so müde bin, dass es grad noch für eine Folge Denver-Clan reicht…) oder die auf Tatsachen beruhende dramatische Sozialstudie sein.
Um acht Uhr Abends bekommt man auf den öffentlich-rechtlichen Programmen jeden Tag genügend äußert ernste Meldungen aus Afghanistan, Lybien und Japan geliefert, da darf es in meinen Augen um viertel nach acht dann auch gerne mal was Seichtes sein.
Warum schauen sich denn Millionen von Menschen die Hochzeit zwischen einer britischen Bürgerlichen (wenn auch Millionärstochter) und dem britischen Kronprinzen an? Warum zerdrücken die Menschen eine Träne, wenn ein ehemaliger Fitness-Trainer (ebenfalls bürgerlich, klar…) der schwedischen Kronprinzessin vor zig königlichen Gästen und vielen Kameras sagt, dass er sie liebt? Und wie kam es zu den gewaltigen Einschaltquoten am Sonntag gegen 19 Uhr, wenn ein smarter junger Mann 60 Minuten lang beweist, dass nur die Liebe zählt?
Weil man das ab und zu braucht! Ab und zu braucht man die Tatsache, dass die Bürgerliche den Prinzen bekommt und mit ihm glücklich wird, ab und zu möchte man Geschichten von Menschen hören, die sich miteinder durch eine schwierige Zeit gekämpft haben und dabei zusammen gewachsen sind und nicht mittlerweile getrennte Wege gehen. Ab und zu braucht man mal für eine Stunde, einen Abend oder einen Tag Romantik, heile Welt, Kitsch. Dann erträgt man auch wieder die wenig erbaulichen Nachrichten aus Syrien, dem Libanon und diversen schwarz-afrikanischen Staaten.
Neulich habe ich mir einen Film angesehen, der von meiner Fernsehzeitung die Bewertung „Daumen in der Mitte“ bekam und den Kommentar „Bietet wenig Überraschungen“.
Der Film war entspannend, nett und kurzweilig. Und da frage ich mich, ist es denn wirklich so schlimm, wenn ein Unterhaltungsfilm mal total vorhersehbar ist? Wenn es sich um eine Liebesgeschichte handelt, mit ein paar Komplikationen und am Ende kriegen sie sich?
Ich finde nicht. Ich finde, es muss nicht immer die hochanspruchsvolle Literaturverfilmung , der psychologisch ausgefeilte Krimi sein (bei dem ich in der Regel irgendwann den Faden verliere, weil ich meistens gegen halb neun so müde bin, dass es grad noch für eine Folge Denver-Clan reicht…) oder die auf Tatsachen beruhende dramatische Sozialstudie sein.
Um acht Uhr Abends bekommt man auf den öffentlich-rechtlichen Programmen jeden Tag genügend äußert ernste Meldungen aus Afghanistan, Lybien und Japan geliefert, da darf es in meinen Augen um viertel nach acht dann auch gerne mal was Seichtes sein.
Warum schauen sich denn Millionen von Menschen die Hochzeit zwischen einer britischen Bürgerlichen (wenn auch Millionärstochter) und dem britischen Kronprinzen an? Warum zerdrücken die Menschen eine Träne, wenn ein ehemaliger Fitness-Trainer (ebenfalls bürgerlich, klar…) der schwedischen Kronprinzessin vor zig königlichen Gästen und vielen Kameras sagt, dass er sie liebt? Und wie kam es zu den gewaltigen Einschaltquoten am Sonntag gegen 19 Uhr, wenn ein smarter junger Mann 60 Minuten lang beweist, dass nur die Liebe zählt?
Weil man das ab und zu braucht! Ab und zu braucht man die Tatsache, dass die Bürgerliche den Prinzen bekommt und mit ihm glücklich wird, ab und zu möchte man Geschichten von Menschen hören, die sich miteinder durch eine schwierige Zeit gekämpft haben und dabei zusammen gewachsen sind und nicht mittlerweile getrennte Wege gehen. Ab und zu braucht man mal für eine Stunde, einen Abend oder einen Tag Romantik, heile Welt, Kitsch. Dann erträgt man auch wieder die wenig erbaulichen Nachrichten aus Syrien, dem Libanon und diversen schwarz-afrikanischen Staaten.
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Mittwoch, 25. Mai 2011
Wenn ich kein Kind hätte...
Wenn ich kein Kind hätte, hätte ich meinen alten Job noch, wäre erfolgreich und würde einen Haufen Geld verdienen.
Wenn ich kein Kind hätte, könnte ich jeden Abend ausgehen, mit meinem Liebsten oder auch allein, bis in die Puppen wegbleiben und am nächsten Morgen ausschlafen.
Wenn ich kein Kind hätte, könnte ich jede Menge Geld für Klamotten, Schuhe und Essen gehen ausgeben und hätte trotzdem noch genug, um was für später zurückzulegen.
Wenn ich kein Kind hätte, könnte ich so wie früher dreimal im Jahr in Urlaub fahren, an exotische Orte und mir dort alles anschauen, was mich interessiert und nicht nur die örtlichen Spielplätze. Ich könnte den ganzen Tag rumgondeln ohne Rücksicht auf kindliche Mittagsruhe oder Gequengel, weil’s grad langweilig ist, würde im Café an der Mole sitzen und einen Cortado trinken. Ich könnte abends schick essen gehen und danach mit einem Glas Wein die Füße in den sonnenwarmen Sand bohren.
Wenn ich kein Kind hätte.
Wenn ich kein Kind hätte, würde ich vermutlich im Schanzenviertel und bei IKEA angesichts der ganzen Schwangeren und Familien mit Kindern die Krise bekommen.
Wenn ich kein Kind hätte, würde ich mein Leben trotz beruflichem Erfolg, tollen Klamotten und Füßen im sonnenwarmen Sand vermutlich leer und bedeutungslos finden und mich abends in den Bars und Clubs fragen, wie lange ich das eigentlich noch machen muss und wie ich einen Hauch von Sinn in mein kümmerliches Leben bekommen soll.
Wenn ich kein Kind hätte, hätte ich mein altes Leben noch – und wäre todunglücklich.
Wenn ich kein Kind hätte, könnte ich jeden Abend ausgehen, mit meinem Liebsten oder auch allein, bis in die Puppen wegbleiben und am nächsten Morgen ausschlafen.
Wenn ich kein Kind hätte, könnte ich jede Menge Geld für Klamotten, Schuhe und Essen gehen ausgeben und hätte trotzdem noch genug, um was für später zurückzulegen.
Wenn ich kein Kind hätte, könnte ich so wie früher dreimal im Jahr in Urlaub fahren, an exotische Orte und mir dort alles anschauen, was mich interessiert und nicht nur die örtlichen Spielplätze. Ich könnte den ganzen Tag rumgondeln ohne Rücksicht auf kindliche Mittagsruhe oder Gequengel, weil’s grad langweilig ist, würde im Café an der Mole sitzen und einen Cortado trinken. Ich könnte abends schick essen gehen und danach mit einem Glas Wein die Füße in den sonnenwarmen Sand bohren.
Wenn ich kein Kind hätte.
Wenn ich kein Kind hätte, würde ich vermutlich im Schanzenviertel und bei IKEA angesichts der ganzen Schwangeren und Familien mit Kindern die Krise bekommen.
Wenn ich kein Kind hätte, würde ich mein Leben trotz beruflichem Erfolg, tollen Klamotten und Füßen im sonnenwarmen Sand vermutlich leer und bedeutungslos finden und mich abends in den Bars und Clubs fragen, wie lange ich das eigentlich noch machen muss und wie ich einen Hauch von Sinn in mein kümmerliches Leben bekommen soll.
Wenn ich kein Kind hätte, hätte ich mein altes Leben noch – und wäre todunglücklich.
Montag, 23. Mai 2011
Einfach mal die Klappe halten!
Während meines Psychologiestudiums gab es ein geflügeltes Wort, welches man sich immer wieder gerne um die Ohren gehauen hat: Ratschläge sind auch Schläge.
Sprich, auch gut gemeinte Tipps können nicht immer gut ankommen.
Im Moment mache ich gerade die Erfahrung, dass dieses geflügelte Wort irgendwie immer noch Relevanz hat. Wie ich ja schon einmal in einem Posting erwähnte, ist Kindererziehung nicht immer einfach. Der kleine Mensch, der da bei uns wohnt, entwickelt mit zunehmendem Alter auch seine eigene Persönlichkeit (Gott sei Dank!) und hat eigene Vorstellungen und Ziele, die nicht zwingend mit unseren übereinstimmen müssen.
Also kracht es ab und zu gewaltig. Wenn das passiert, fühle ich mich sowieso schon immer mies, erstens, weil ich mich nicht gern streite und zweitens, weil ich leider nicht immer so cool und souverän bin wie ich es gerne wäre (denn schließlich ist mein Konfliktpartner gerade mal zwei Jahre alt…).
Was ich in solchen Situationen dann irgendwie gar nicht brauchen kann, sind die Ratschläge von wohlmeinenden Müttern, Schwiegermüttern, Freundinnen, Spielplatz-Muttis und so weiter und so fort. Mich interessiert in so einem Fall nicht im Geringsten, wie jemand anders gerade meinen Erziehungsstil beurteilt und was er oder sie hier optimalerweise tun würde. Und ich möchte auch nicht wissen, was die Juhls, die Montessoris, die Steiners und die Winterhoffs dieser Welt als Handlungsvorschlag empfehlen würden.
In solchen Situationen hilft es am meisten, wenn sich alle nicht direkt Beteiligten einfach raushalten und hinterher mal einer sagt: „Mach’ Dir nichts draus, ist nicht schlimm, bei uns geht’s auch manchmal so zu.“
Natürlich frage ich um Rat, wenn ich nicht weiter weiß. Aber dann frage ich zum Beispiel die Erzieherinnen in der Kita, denn die kennen mein Kind gut und haben Ahnung von Pädagogik. Und wenn ich frage, kann ich Ratschläge auch gut annehmen. Ich will nur einfach nicht ungefragt „beratschlagt“ werden. Allgemeingültige Ratschläge aus irgendwelchen schlauen Erziehungsbüchern bringen mich nicht weiter, wenn mein kleiner Wutwichtel brüllend auf dem Boden liegt oder mich mit einem Kauknochen verwechselt.
In solchen Situationen denke ich oft an den schönen Spruch von Dieter Nuhr: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Klappe halten.
Sprich, auch gut gemeinte Tipps können nicht immer gut ankommen.
Im Moment mache ich gerade die Erfahrung, dass dieses geflügelte Wort irgendwie immer noch Relevanz hat. Wie ich ja schon einmal in einem Posting erwähnte, ist Kindererziehung nicht immer einfach. Der kleine Mensch, der da bei uns wohnt, entwickelt mit zunehmendem Alter auch seine eigene Persönlichkeit (Gott sei Dank!) und hat eigene Vorstellungen und Ziele, die nicht zwingend mit unseren übereinstimmen müssen.
Also kracht es ab und zu gewaltig. Wenn das passiert, fühle ich mich sowieso schon immer mies, erstens, weil ich mich nicht gern streite und zweitens, weil ich leider nicht immer so cool und souverän bin wie ich es gerne wäre (denn schließlich ist mein Konfliktpartner gerade mal zwei Jahre alt…).
Was ich in solchen Situationen dann irgendwie gar nicht brauchen kann, sind die Ratschläge von wohlmeinenden Müttern, Schwiegermüttern, Freundinnen, Spielplatz-Muttis und so weiter und so fort. Mich interessiert in so einem Fall nicht im Geringsten, wie jemand anders gerade meinen Erziehungsstil beurteilt und was er oder sie hier optimalerweise tun würde. Und ich möchte auch nicht wissen, was die Juhls, die Montessoris, die Steiners und die Winterhoffs dieser Welt als Handlungsvorschlag empfehlen würden.
In solchen Situationen hilft es am meisten, wenn sich alle nicht direkt Beteiligten einfach raushalten und hinterher mal einer sagt: „Mach’ Dir nichts draus, ist nicht schlimm, bei uns geht’s auch manchmal so zu.“
Natürlich frage ich um Rat, wenn ich nicht weiter weiß. Aber dann frage ich zum Beispiel die Erzieherinnen in der Kita, denn die kennen mein Kind gut und haben Ahnung von Pädagogik. Und wenn ich frage, kann ich Ratschläge auch gut annehmen. Ich will nur einfach nicht ungefragt „beratschlagt“ werden. Allgemeingültige Ratschläge aus irgendwelchen schlauen Erziehungsbüchern bringen mich nicht weiter, wenn mein kleiner Wutwichtel brüllend auf dem Boden liegt oder mich mit einem Kauknochen verwechselt.
In solchen Situationen denke ich oft an den schönen Spruch von Dieter Nuhr: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Klappe halten.
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